Die Stadtwerke Osnabrück haben das Geschäftsjahr 2021 offenbar mit millionenschweren Verlusten abgeschlossen. Der niedersächsiche Kommunalversorger führt dies vor allem auf die im Herbst begonnenen Turbulenzen an den Energiemärkten zurück.
Noch lasse sich die genaue Höhe des Jahresergebnisses nicht final beziffern, teilte ein Unternehmenssprecher auf ZfK-Anfrage mit. Die Prüfung durch Wirtschaftsprüfer stehe noch aus. "Wir gehen aber von einem Defizit in zweistelliger Millionenhöhe aus", hieß es weiter.
Zusatzkosten in Beschaffung
In der Beschaffung hätten die Stadtwerke trotz Spaltung des Grundversorgungstarifs zwischen Bestands- und Neukunden die Zusatzkosten nicht weitergeben können, führte der Sprecher aus.
"Zudem können wir anders als ursprünglich geplant keine anteilige Auflösung der Drohverlustrückstellungen für unsere Beteiligung am Steinkohlekraftwerk Lünen vornehmen." Man müsse davon ausgehen, dass das Kraftwerk länger als geplant am Netz bleibe.
Grundversorger in Osnabrück
Eine Neukundenflut in die Grundversorgung infolge von Pleiten und Lieferstopps anderer Anbieter gepaart mit extrem gestiegenen Großhandelspreisen für Strom und Gas hatte Grundversorger diesen Winter vor große Herausforderungen gestellt. Etliche Stadtwerke hatten daraufhin getrennte Grundversorgungstarife für Neukunden eingeführt, um die Zusatzkosten abfedern zu können, ohne gleichzeitig Bestandskunden stärker belasten zu müssen.
Die Stadtwerke Osnabrück sind Strom- und Gas-Grundversorger in der eigenen Stadt (165.000 Einwohner) sowie in der angrenzenden Gemeinde Lotte.
Mobilitätsbereich und Parken
Der Sprecher nennt weitere vorwiegend coronabedingte Aspekte, die sich negativ auf das Ergebnis ausgewirkt hätten. So seien im Mobilitätsbereich die Planzahlen trotz Corona-Rettungsschirm nicht erreicht worden. Auch die für die Parkraumbewirtschaftung verantwortliche Tochter OPG sei deutlich hinter den Planungen zurückgeblieben und könne keinen Gewinn abführen.
3 Mio. Euro Jahresüberschuss in 2020
"Zu guter Letzt kommen noch steuerliche Aspekte zum Tragen, da wir 2021 eine erhebliche unplanmäßige Steuerbelastung vollständig ausweisen müssen", sagt der Sprecher.
Die Geschäftseinheiten Energie sowie Netze und Anlagen machten bei den Stadtwerken Osnarbrück im Geschäftsjahr 2020 rund 90 Prozent der erzielten Umsatzerlöse aus. Der Stromabsatz betrug in diesem Zeitraum 845 Mio. kWh, der Gasabsatz 2901 Mio. kWh.
Breites Aufgabenspektrum
Die Niedersachsen sind zudem unter anderem in den Bereichen Mobilität und Parken, Güterlogistik sowie Bäder und Freizeit tätig. (aba)



