Wolfgang Schoofs bleibt an der Spitze der Stadtwerke SH.

Wolfgang Schoofs bleibt an der Spitze der Stadtwerke SH.

Bild: © Henrik Matzen

Wolfgang Schoofs steht auch weiterhin an der Spitze der Stadtwerke SH. „Die Aufsichtsräte aus Schleswig und Eckernförde haben mir ihr vollstes Vertrauen ausgesprochen. Das gilt auch für die Manager und Betriebsräte der Stadtwerke SH“, erläuterte der Stadtwerke-Chef im Gespräch mit der ZfK.

Zuvor hatte es einigen Wirbel um die Geschäftsführung des noch jungen Gemeinschaftsunternehmens gegeben. Der Senat der Stadt Rendsburg hatte offenbar im Alleingang versucht, Schoofs abzuberufen und einen entsprechenden Beschluss gefasst. Ein Vorgehen, das nicht nur in Schleswig und Eckernförde, sondern auch bei Wolfgang Schoofs für Verwunderung sorgte. „Der Vorstoß des Rendsburger Senats ist für mich nicht nachvollziehbar. Der Aufsichtsrat hatte am 16. März schließlich auch mit den Stimmen aus Rendsburg beschlossen, mich zum Sprecher der Geschäftsführung zu machen. Sie waren also an dieser Entscheidung beteiligt“, gibt er zu bedenken.

Aus drei wurde einer

Die Stadtwerke SH haben turbulente Zeiten hinter sich. Sie sind ein Anfang 2020 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der Schleswiger Stadtwerke, der Stadtwerke Eckernförde und der Stadtwerke Rendsburg. Anfangs wurde das kommunale Unternehmen von einem Trio geführt, dem neben Wolfgang Schoofs und Helge Spehr auch Dietmar Steffens angehörte. Dieser schied im Juni 2020 nach einer längeren Erkrankung aus dem Unternehmen aus. Aus dem Trio wurde eine Doppelspitze.

Am 16. März folgte dann die, wie es heißt, „einvernehmliche“ Trennung von Helge Spehr. Von den ehemals drei Geschäftsführern blieb nur Wolfgang Schoofs übrig – eine Lösung, mit der die Stadt Rendsburg offenbar nicht glücklich war. Die Gründe für diesen Sinneswandel sind unklar. Eine Anfrage der ZfK blieb unbeantwortet. Die Regionalpresse berichtet, dass die Stadt Rendsburg sich mit ihren Belangen von Schoofs nicht gut genug vertreten fühlte. Ein Vorwurf, den Schoofs zurückweist. Er will nun das Gespräch mit allen Beteiligten suchen. „Ich werde natürlich auch auf die Rendsburger Stadtpolitik zugehen, um sie zu überzeugen, dass unsere Kooperation nach wie vor der richtige Weg ist und dass ich mich für alle Standorte gleichermaßen engagiert einsetze“, betont er.

Schoofs bleibt optimistisch

Von den Querelen um seine Person will er sich nicht unterkriegen lassen. „Ich blicke dennoch optimistisch in die Zukunft. Die Stadtwerke SH brauchen jetzt mehr denn je eine klare Führung. Wir müssen nun wieder Ruhe in das Unternehmen bringen. Ich genieße das Vertrauen der Mitarbeiter, die zuletzt sehr verunsichert waren.“

Die Gründung der Stadtwerke SH hält er nach wie vor für richtig. „Die Zeiten sind für die Energiebranche aktuell so herausfordernd, dass die Aufgaben nur gemeinsam gemeistert werden können. Nehmen Sie die Digitalisierung oder die Notwendigkeit, sich noch stärker an den Wünschen der Kunden zu orientieren. In einer Kooperation bekommen wir das viel besser hin, als wenn jeder für sich alleine kämpfen würde. Und wir sparen viel Geld durch das Gemeinschaftsunternehmen. Insofern stehe ich nach wie vor zu 100 Prozent hinter unserer Kooperation“, führt Schoofs aus.

Suche nach einem Nachfolger läuft

Lange wird er den Stadtwerken SH dennoch nicht mehr erhalten bleiben. „Meinen Vertrag werde ich auf eigenen Wunsch vorzeitig zum 30.06.2023 auflösen.“ Mit den aktuellen Entwicklungen hat das aber nichts zu tun, betont Schoofs. Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin hat bereits begonnen. Fest steht: Eine Dreier-Spitze wird es ebenso wenig geben wie ein Führungs-Duo. Die Stadtwerke SH sollen auch nach dem Ausscheiden von Schoofs von einem Geschäftsführer oder einer Geschäftsführerin geleitet werden. (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper