Die Gaspreise sind am Montagmorgen auf den niedrigsten Stand seit fünf Wochen gefallen. Am Nachmittag notierte der Preis für den Liefermonat Juli am Handelspunkt TTF bei unter 43 Euro pro Megawattstunde (MWh). Zuvor hatten der Iran und die USA eine Friedensvereinbarung angekündigt.
Auch die Preise auf der langfristigen Terminkurve gingen am Montag nach unten. Allerdings hielt sich die Megawattstunde bei allen Lieferprodukten bis in den März 2027 bei mehr als 40 Euro pro MWh. Erst für den Liefermonat April 2027 war Gas für deutlich unter 40 Euro pro MWh zu haben.
Auch für Gasspeichernutzer sind die Bedingungen weiterhin ungünstig. Weiterhin ist es teurer, frisch eingekauftes Gas über den Sommer zwischenzulagern, statt direkt im Winter Gas zu kaufen. Immerhin wurde am Samstag fast ein halber Prozentpunkt netto in Deutschlands Speicher eingelagert. Am Sonntagmorgen betrug der durchschnittliche Füllstand 36 Prozent.
Wiedereröffnung der Straße von Hormus
Der Gaspreisrückgang hatte sich bereits am Freitag angekündigt. Lag er in den Tagen zuvor bei nahe 50 Euro pro MWh, rutschte er zum Wochenende auf 47 Euro ab. In der vergangenen Woche hatten sich die Anzeichen auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran verdichtet.
Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte Teheran die Schifffahrt in der Straße von Hormus mit Drohungen und Angriffen weitestgehend zum Erliegen gebracht, weshalb die Energiepreise weltweit anstiegen. Gas wurde in der Spitze für mehr als 60 Euro pro MWh gehandelt.
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Das bestätigten neben der US-Regierung und dem Iran auch der Vermittler Pakistan. Auch eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus wird in Aussicht gestellt, allerdings erst nach der formellen Unterzeichnung des Iran-Abkommens am Freitag. Die Meerenge ist von entscheidender Bedeutung für den Export von Öl und Flüssigerdgas aus den rohstoffreichen Staaten am Persischen Golf.



