Für die laufende Woche gehen die Wetterprognosen von hohen Temperaturen knapp unter 40 Grad aus. Entsprechend hoch ist auch die Solareinspeisung in den Sonnenstunden. Doch selbst zur Mittagszeit sind im Spothandel keine negativen Stunden- beziehungsweise Viertelstundenpreise sichtbar.
Den niedrigsten Stand im Day-Ahead für morgen, 24. Juni, erreicht der Preis um 12:45 Uhr, und er liegt bei 64,25 Euro je Megawattstunde.
Zum Abend hin ziehen die Preise sogar sehr deutlich an. Im Day-Ahead für den 24. Juni wird um 21:15 Uhr eine Megawattstunde für 747,10 Euro gehandelt. Der Baseload-Kontrakt im Day-Ahead-Handel kostet für morgen 207,84 Euro je Megawattstunde.
Geringe Windeinspeisung
Während die PV-Einspeisung morgen in der Spitze über 50.000 Megawatt erreichen wird, herrscht bei der Windeinspeisung mit 1500 Megawatt praktisch Flaute. Das zeigt sich insbesondere in den Abendstunden: Mit abnehmender Solareinspeisung steigen die Strompreise im Spothandel. Zum Einsatz kommen dann teurere konventionelle Erzeugungsanlagen wie Gas- und Kohlekraftwerke.
Frankreichs Kernkraftwerke
Ebenfalls grundlastfähig sind Atomkraftwerke. Während Hitzewellen zeigen sie sich jedoch deutlich empfindlicher als Gas- und Kohlekraftwerke. In Frankreich reduzieren Betreiber aufgrund von Kühlwasser- und Hitzeauflagen die Reaktorleistung.
Die geringere Atomstromproduktion treibt die Preise, das System ist stärker auf Stromimporte angewiesen. In diesen Phasen konkurriert Deutschland im Verbund um dieselben flexiblen Mengen aus Gas, Wasser, Speichern und Importen aus anderen Ländern. Das kann zu höherer regionaler Knappheit führen – und dazu, dass teurere Gaskraftwerke länger preissetzend bleiben.
Steigende Nachfrage
Ein weiterer preistreibender Faktor bleibt die steigende Stromnachfrage. Sie ist unter anderem durch den verstärkten Einsatz von Kühlaggregaten und Kühlsystemen in Gewerbe und Industrie begründet.


