Hamburg will die Finanzierung seiner kommunalen Unternehmen stärken. Die Hansestadt bereitet regelmäßige Emissionen grüner Finanzierungsinstrumente für den Konzernverbund vor, hieß es in einer Mitteilung. Mit dem Geld sollen etwa Klimaschutzmaßnahmen oder Infrastrukturvorhaben finanziert werden.
Der erste konzernweite Green Bond soll demnach, abhängig von Finanzierungsbedarf und Kapitalmarktlage, zwischen dem vierten Quartal 2026 und dem ersten Halbjahr 2027 begeben werden. Bei dem Green Bond handele es sich um eine festverzinsliche, börsennotierte Landesschatzanweisung, die sich primär an institutionelle Investoren richte, aber auch von Privatanlegern über ihre Hausbank erworben werden könne. Dabei sieht die Stadt ein Mindestvolumen von 500 Millionen Euro je Emission vor.
"Wir nutzen dazu unsere Bonität, um zu wirtschaftlichen und nachhaltigen Lösungen zu kommen: Mit dem Green Bond – erstmals gemeinsam für Kernverwaltung und Konzern – unterstreichen wir Hamburgs Rolle als Pionier für konzernweite, nachhaltige Finanzierungen", erklärt Finanzsenator Andreas Dressel (SPD).
Eigene Agentur für die Finanzierung
Die Freie und Hansestadt Hamburg FinanzServiceAgentur – Anstalt des öffentlichen Rechts – (kurz: FSA) spiele dabei eine zentrale Rolle: Sie setze die ambitionierte Green-Finance-Strategie um und koordiniere die Prozesse. Die Konzernfinanzierungsgesellschaft FSA hat 2025 ihre Tätigkeit aufgenommen und fungiert als zentrale Ansprechpartnerin für Finanzierungsthemen der Stadt und ihrer Beteiligungen. Der Green Bond soll ein wichtiger Baustein ihrer Aktivitäten werden.
Vorbild Münster?
Für die Idee könnten die Hanseaten nach Nordrhein-Westfalen geschaut haben: Die Stadt Münster finanziert bereits nachhaltige Projekte und Investitionen über grüne Finanzinstrumente. Münster war laut seiner Stadtkämmerin Christine Zeller 2022 die erste Kommune in NRW, die einen grünen Schuldschein emittierte – ein Instrument, das seitdem Nachahmer gefunden hat.
"Unsere Idee war in 2022, in erster Linie unser Gläubigerportfolio etwas zu erweitern", berichtete Zeller bei den Berliner Energietagen 2026, "also nicht von der reinen Bankenfinanzierung abhängig zu sein, sondern tatsächlich Investoren zu finden, die Interesse haben, die nachhaltig ausgerichteten Projekte der Stadt Münster zu unterstützen".