Das Stadtwerk am See (SWSee) und die Stadt Meersburg wollen die Wärme aus dem Bodensee nutzen.
Der Meersburger Gemeinderat beschloss – wie schon zuvor der Aufsichtsrat des Stadtwerks am See – mit großer Mehrheit die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft, die das Projekt umsetzen soll, teilten die Stadtwerke am Freitag mit.
In mehreren Abschnitten soll die gemeinsame Gesellschaft bis zum Jahr 2033 ein Nahwärmenetz und nutzt damit die Wärme aus dem Bodensee bauen. Im Endausbau sollen rund 150 Wohngebäude, öffentliche Gebäude und Unternehmen am Bodenseeufer und in der seenahen Kernstadt versorgt werden.
„In Meersburg realisieren wir nun ein Vorzeigeprojekt, das Schule machen wird. Das ist Klimazukunft‚ made am Bodensee.“ - Alexander-Florian Bürkle, Geschäftsführer des Stadtwerks am See.
Dimension ist Herausforderung
Auf rund 8,4 Mio Euro beziffert Andreas Bachmaier, Leiter Energiesysteme beim Stadtwerk, den Investitionsbedarf für die neue Gesellschaft, an der Stadt Meersburg und das Stadtwerk am See zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind – Förderungen bereits eingeschlossen.
Die Herausforderung liege weniger in der Technik – „Dafür haben wir das Knowhow und die Expertise“ – als eher in der Dimension. „Wir bauen hier eine ökologische Wärmegewinnung aus dem Bodensee und – über einen Zeitraum von zehn Jahren – ein ca. 4,5 Kilometer langes Wärmenetz. Das ist schon eine Herausforderung für unser Team und unsere Partner.“
Unterstützung mit Blockheizkraftwerk
So funktioniert Seewärme: Wasser aus dem Bodensee wird in 20 bis 40 Meter Tiefe gefasst und über eine Leitung in eine noch zu bauende Energiezentrale geführt. Rund 83 Prozent der benötigten Wärme werden dann über diese Wärmepumpen erzeugt. Unterstützt wird das System durch ein Blockheizkraftwerk und einen Spitzenlastkessel.
Zusätzlich kann Wärme in einem Speicher zwischengelagert werden. (pfa)



