Die Stadtwerke Münster haben Großes vor. Bis 2030 hat der Kommunalversorger ein massives Investitionsprogramm angekündigt. "Rund eine Milliarde Euro werden die Stadtwerke Münster bis 2030 investieren – vor allem in neue Windenergieanlagen, in Anlagen für erneuerbare Fernwärme und das Glasfasernetz in Münster", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Sebastian Jurczyk, bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das Jahr 2025.
Im vergangenen Jahr investierten die Stadtwerke Münster 59,8 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag zum Jahresende bei 35,8 Prozent (2024: 38,4 %). Der Überschuss des Unternehmens lag 2025 bei 13,7 Millionen Euro, 10,6 Millionen davon sollen in den kommunalen Haushalt fließen. Viel Geld, um das ambitionierte Investitionsprogramm stemmen zu können, bleibt nicht übrig.

Rund eine Milliarde Euro werden die Stadtwerke Münster bis 2030 investieren.
Sebastian Jurczyk
Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster
Viele Instrumente zur Kapitalbeschaffung
Um das Problem zu lösen, gehen die Stadtwerke nun verschiedene Wege – von der Mittelbeschaffung am klassischen Kapitalmarkt über strategische Partnerschaften bis hin zu Gesellschafterdarlehen und Green Bonds. Auch interne Effizienzmaßnahmen sind ein Thema.
Um das ambitionierte Investitionsprogramm stemmen zu können, geht das Unternehmen verschiedene Wege – vom klassischen Kapitalmarkt über strategische Partnerschaften bis hin zu Gesellschafterdarlehen, Green Bonds und internen Effizienzmaßnahmen.
"Die Stadtwerke und Stadtnetze arbeiten täglich daran, dass der Standort Münster in den zentralen Themen Energie und Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur vorankommt", sagte Jurczyk.
Auf Kurs beim Windausbau
Die Stadtwerke Münster bauen ihr Windkraftportfolio weiter aus. In Südlohn im westlichen Münsterland gingen 2025 drei Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 17 Megawatt (MW) ans Netz. In Lemgo wurde eine weitere Anlage errichtet, die im Mai 2026 ans Netz ging. Im selben Monat nahm das Unternehmen außerdem Münsters leistungsstärkste und erste PV-Anlage auf einer landwirtschaftlichen Freifläche mit rund 5 MW in Betrieb.
14 weitere Windenergieanlagen der Stadtwerke Münster mit einer Gesamtleistung von über 40 MW seien genehmigt. Weitere Windenergieprojekte mit einer Gesamtleistung von rund 145 Megawatt befinden sich außerdem in unterschiedlichen Planungsstadien. "Mit dieser prall gefüllten Projekt-Pipeline übererfüllen wir unser strategisches Windenergie-Ziel für 2030 voraussichtlich sogar", sagte Jurczyk.
Strategische Ausrichtung
Der Erneuerbarenausbau als strategischer Schwerpunkt sei Teil der 2020 entwickelten Strategie – als Reaktion auf die anhaltenden geopolitischen und wirtschaftlichen Krisen. "Wir beschreiben einen Pfad, wie Energieversorgung und Mobilität Schritt für Schritt unabhängiger von importierten fossilen Brennstoffen, unsteten Märkten und internationalen Krisen werden. So stärkt Klimaschutz gleichzeitig auch die Resilienz des Systems", betonten Jurczyk und Gäfgen.
Intensiver Wettbewerb beim Commodity-Vertrieb
Der starke Wettbewerb im Kerngeschäft des Strom- und Gasvertriebs erwies sich im vergangenen Jahr als herausfordernd, teilten die Stadtwerke weiter mit. Der Versorger lieferte nach eigenen Angaben 974 Millionen Kilowattstunden weniger Strom (-15,4 Prozent) und 2,14 Milliarden Kilowattstunden weniger Gas (-0,7 Prozent) an Kundinnen und Kunden als im Vorjahresvergleich. Für die Fernwärme (549 Millionen Kilowattstunden) gewannen die Stadtwerke Kundinnen und Kunden hinzu und steigerten die Absatzmenge minimal (+0,7 Prozent). Über alle drei Energiesparten sanken aufgrund günstiger Endkundenpreise die Erlöse.



