Amprion plant, ab 2030 Windstrom mit einer Kapazität von vier Gigawatt in die Verbrauchszentren des Ruhrgebietes zu transportieren und damit die Leistung fünf großer Kohlekraftwerke zu ersetzen.

Amprion plant, ab 2030 Windstrom mit einer Kapazität von vier Gigawatt in die Verbrauchszentren des Ruhrgebietes zu transportieren und damit die Leistung fünf großer Kohlekraftwerke zu ersetzen.

Bild: © Amprion

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Investitionen auf den Rekordwert von rund 1,5 Milliarden gesteigert. Die Weichen stehen auch weiterhin auf Wachstum. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 22 Milliarden Euro in das Übertragungsnetz investiert werden.

Damit trage das Unternehmen dem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und dem Umbau des Energiesystems Rechnung, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Fokus liege dabei auf dem Ausbau der wichtigen Nord-Süd-Gleichstromkorridore an Land sowie der Realisierung der ersten vier Offshore-Netzanbindungssysteme von Amprion.
 

„Es beginnt eine neue Phase der Energiewende, in der wir von der Planung zunehmend in die Umsetzung kommen. Aktuell realisieren wir so viele Projekte wie nie zuvor”, sagte Amprion-CEO Hans-Jürgen Brick. Darüber hinaus zeige die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Beschleunigung erste Wirkung, sodass man wichtige Projekte früher als ursprünglich geplant umsetzen könne.

Beschleunigter Netzausbau geht mit deutlichem Personalwachstum einher

Im Geschäftsjahr 2022 hat Amprion die Investitionen um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Das Unternehmen habe für mehr als 200 Leitungskilometer Genehmigungen erhalten und konnte 115 Leitungskilometer fertigstellen, heißt es.

Aufgrund der Beschleunigungsziele der Bundesregierung habe Amprion die weltweit ersten Zwei-Gigawatt-Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2 vergeben und werde diese schon zwei beziehungsweise drei Jahre früher – im Jahr 2029 und 2030 – in Betrieb nehmen. Für das Erdkabelprojekt von Rastede bis Bürstadt (DC 34) will das Unternehmen bereits bis Mitte 2024 die Planfeststellungsunterlagen einreichen - eine Beschleunigung um zwei Jahre.

Um diese Ziele erreichen zu können wächst Amprion weiter. Die Zahl der Mitarbeitenden ist im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut gestiegen und lag mit 2.237 Beschäftigten (FTE) 8,5 Prozent über dem Vorjahr. Für das laufende Jahr plant das Unternehmen weitere 400 Mitarbeitende einzustellen.

Amprion erwartet für 2023 einen Investitionsbedarf von 2,8 Mrd. Euro

Die Umsatzerlöse gemäß IFRS stiegen gegenüber dem Vorjahr um 36,6 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 2,6 Mrd. Euro). Die Umsatzerlöse aus dem Netzgeschäft, dem Kerngeschäft von Amprion, legten um 18,6 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro zu (Vorjahr: rund 1,8 Mrd. Euro). Die im Jahr 2022 realisierten Investitionen fokussieren sich weiterhin auf den Ausbau des Netzes, mehr als 80 Prozent sind Erweiterungsinvestitionen.

Als Folge der Entwicklungen an den Strom- und Gasmärkten sind hohe Kosten für Systemdienstleistungen entstanden. Diese umfassen sämtliche Eingriffe zur Stabilisierung des Stromnetzes. Im Jahr 2022 waren sie mit rund 2,4 Milliarden Euro etwa doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die Kosten sind durch die Regulierung abgedeckt und werden mit einem Zeitverzug wieder an Amprion zurückgeführt. Es handelt sich somit um eine temporäre Belastung der IFRS-Ergebnisses, so das Unternehmen.

Der adjustierte Konzernüberschuss lag bei 228,2 Millionen Euro (Vorjahr: 260,6 Mio. Euro) und liegt laut Amprion auf dem Durchschnittsniveau der vergangenen Jahre. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Amprion einen stabilen Geschäftsverlauf und einen Investitionsbedarf von rund 2,8 Milliarden Euro. (hoe)

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