Der Vorstand der Technischen Werke Ludwigshafen: Thomas Mösl (links) und Dieter Feid.

Der Vorstand der Technischen Werke Ludwigshafen: Thomas Mösl (links) und Dieter Feid.

Bild: © TWL

Die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL AG) haben das Geschäftsjahr mit einem Ergebnis von 9,1 Millionen Euro abgeschlossen. Es liegt damit deutlich über dem für 2025 geplanten Wert von 3,8 Millionen Euro. "Wir sehen uns in einer glücklichen Lage, dass wir die TWL auf einen sehr guten und stabilen Wachstumskurs bekommen konnten", sagte Dieter Feid, kaufmännischer Vorstand der TWL AG, bei der Vorstellung der Zahlen. Der positive Trend setzt sich bislang auch 2026 fort. Entsprechend haben die Ludwigshafener ihre Jahresprognose für die TWL AG nach dem ersten Quartal deutlich nach oben angepasst und rechnen nun mit 10,2 Millionen Euro.

Als wesentliche Treiber für die positive Entwicklung 2025 identifizierte die TWL deutlich gesunkene Beschaffungs- und Materialkosten sowie eine "konsequente Ergebnissteuerung über das Rohergebnis", führte Feid aus. Ebenfalls ergebnisstützend wirkten sich geringere Aufwendungen aus Verlustübernahmen aus. Dadurch konnten Belastungsfaktoren wie höhere Netznutzungsentgelte und steigende Personalkosten wegen Tarifeffekten überkompensiert werden. Dem Unternehmen gelang es zudem, die Verluste der defizitären ÖPNV-Sparte in Millionenhöhe vollständig zu decken.

Moderate Absatzrückgänge

Im Vertrieb musste der Versorger moderate Absatzrückgänge bei Strom und Gas hinnehmen. Das begründet TWL teils mit Effizienz- und Sparmaßnahmen sowie mit höheren Temperaturen. Den Absatzrückgang nehme das Unternehmen auch in Kauf, weil er Teil der Strategie "Klasse statt Masse" sei, betonte der TWL-Finanzvorstand. Sein Unternehmen ziehe sich aus margenschwachen beziehungsweise risikoadjustiert ungünstigen Geschäften zurück. Nach wie vor sei das Thema Vertrieb eine sehr wichtige Säule des Unternehmens, hier würden etwa 80 Prozent des Umsatzes generiert, betonte Feid.

Rund 40 Millionen investiert

Im Jahr 2025 investierte das Unternehmen 39,9 Millionen Euro und will das Niveau auch im laufenden Jahr halten. Zu den Schwerpunkten zählen vor allem Strom- und Gasnetze sowie das Wärmenetz – auf diese Bereiche entfallen rund 25 Millionen Euro des Gesamtbetrags. Ein weiterer Fokus liege auf IT-Investitionen und Transformationsprojekten in Höhe von etwa sechs Millionen Euro, ergänzte TWL-Technikvorstand Thomas Mösl im Gespräch mit der ZFK.

Nach dem Abschluss der kommunalen Wärmeplanung in Ludwigshafen stünden die Dekarbonisierung der Erzeugung, die Verdichtung und der Ausbau des bestehenden Wärmenetzes sowie dezentrale Lösungen für Stadtgebiete ohne Anschluss an das Fernwärmenetz im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Bis 2045 soll der Anteil der Fernwärme im Wärmemix von aktuell 27 auf 45 Prozent steigen, so Mösl.

Wesentliche Indikatoren verbessert

Die geplanten Investitionen sind enorm – umso erfreulicher sei nun diese positive Entwicklung des Unternehmens: Das Eigenkapital lag 2025 bei 148,9 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote bei rund 35 Prozent. Der Verschuldungsgrad erreichte einen "guten Wert" von 2,88, was dem Unternehmen gute Chancen auf Kapitalbeschaffung einräume. Auf eine finanzielle Unterstützung seitens der Eigentümerin, der Stadt Ludwigshafen, hofft der TWL-Vorstand nicht – die Stadt sei hoch verschuldet und habe selbst eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen. Dafür habe man volles Verständnis.

Neue Wege der Finanzierung

Allerdings könne kein Versorger die Gesamtinvestitionen der Energiewende vollständig über die eigene Bilanz fahren – "es sein denn, es kommt exorbitant viel Eigenkapital vom Eigentümer". Bislang habe TWL das Kapital überwiegend über Partnerbanken beschafft. "Zusätzlich haben wir begonnen, insbesondere Großprojekte Off-Balance zu finanzieren – über Projektgesellschaften", so Feid auf ZFK-Nachfrage.

Beispiel ist die Projektgesellschaft Wärmewende Vorderpfalz, die TWL gemeinsam mit den Stadtwerken Frankenthal betreibt. Die Struktur diene dazu, Investitionen über eine Konstruktion abzubilden, die die eigenen Kreditlinien schont. Das funktioniere aber erst ab einer bestimmten Projektgröße; für viele kleine Lose wie Instandhaltung und Standardausbau sei es nicht attraktiv oder nicht sinnvoll, sagte Mösl.

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