Jürgen Bayer bleibt weitere fünf Jahre Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth.

Jürgen Bayer bleibt weitere fünf Jahre Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth.

Bild: © SW Bayreuth

Der Umsatz der Stadtwerke Bayreuth stieg im Geschäftsjahr 2019 auf 137 Mio. Euro an. Dies entspricht einem Plus von 4,6 Prozent, wie sie mitteilen. Jürgen Bayer, Geschäftsführer der Stadtwerke, freut sich: "Auch in der Energie- und Wassersparte konnten wir uns leicht steigern – unterm Strich steht hier ein Ergebnis von rund 9 Millionen Euro."

Jedoch müssen die Stadtwerke damit die Verluste decken, die durch den Betrieb des Stadtbusverkehrs, mehrerer Parkeinrichtungen sowie der Stadtwerke-Bäder entstehen. Dafür wiederum sinken diese: Haben die Stadtwerke 2017 mit einem Verlust von 990.000 Euro abgeschlossen, waren es 2018 rund 660.000 Euro. Im Geschäftsjahr 2019 sind es 470.000 Euro.

Verluste in Höhe von 7,8 Mio. Euro

Insgesamt beliefen sich die Verluste in den oben genannten Bereichen im vergangenen Jahr auf rund 7,8 Mio. Euro. Weitere 1,5 Mio. Euro flossen als Gewinnabführung an die Mitgesellschafterin der Energie- und Wassersparte. "Unterm Strich bleibt für das Wirtschaftsjahr 2019 ein Verlust in Höhe von 470.000 Euro. Grundsätzlich gilt auch für dieses Jahresergebnis: Die Verluste der Bäder und des Stadtbusverkehrs hängen einfach wie ein Mühlstein an unserem Hals", so der Geschäftsführer.

Die Besucherzahlen der Stadtwerke-Bäder ging 2019 zurück: Fürs Kreuzsteinbad ging es um 13 Prozent nach unten; knapp 150.000 Gäste besuchten das Freibad. Denn das Wetter war 2019 nicht so gut wie 2018. Dafür schaffte nach schwächeren Vorjahren die Lohengrin Therme die Trendumkehr. Sie legte 2019 um 2,1 Prozent auf 194.000 Badegäste zu.

Stadtbad fiel vier Monate aus

Einen Dämpfer im Vergleich zu den erfreulichen Vorjahren musste das Stadtbad hinnehmen. "Durch den kurzfristigen Ausfall der Heizung musste das Stadtbad ungeplant für vier Monate schließen, was sich natürlich in den Besucherzahlen niedergeschlagen hat", so Bayer. Dennoch machten rund 85.000 Gäste dem Bad ihre Aufwartung. Aber dies waren 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Keine große Veränderung gab es in der Verkehrssparte der Stadtwerke: Die Zahl der Kurzparker in den vier Parkeinrichtungen des Unternehmens ging im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent auf knapp 330.000 zurück. Die Busse des Stadtbusverkehrs brachten 2019 insgesamt 6,1 Millionen Menschen an ihr Ziel.

Positive Trends in der Energieversorgung

Anhaltend positiv bleibt der Trend bei der Stromerzeugung von EEG-Anlagen wie Windräder oder Photovoltaikanlagen im Netzgebiet der Stadtwerke Bayreuth: Rund 127.000 Megawattstunden EEG-Strom, rund 3,4 Prozent mehr als noch 2018, flossen ins 1300 Kilometer lange Netz der Stadtwerke.

Der Windpark im Lindenhardter Forst, an dem die Stadtwerke zu 20 Prozent beteiligt sind, produzierte rund 26.000 Megawattstunden Strom. Insgesamt erzeugten die Stadtwerke Bayreuth knapp 17.000 Megawattstunden Strom in der Region Bayreuth.

Investitionen floßen unter anderem in die Universität

Investiert haben die Stadtwerke im Geschäftsjahr fast zwölf Mio. Euro: Etwa ein Drittel davon floss in die Wärme- und Kälteversorgung der Universität Bayreuth. Dort hat das Unternehmen die Wärme-Kälte-Zentrale-Süd, die unter anderem für die Notversorgung des Ökologisch-Botanischen-Gartens verantwortlich ist, erneuert.

Nachdem die Stadtwerke in den Vorjahren Millionen in die Sanierung des Wasserwerks auf dem Eichelberg investiert haben, hat sich das Unternehmen im Jahr 2019 im Bereich der Trinkwasserversorgung darauf konzentriert, Rohrleitungen zu erneuern.

Corona setzt den Bädern und dem Stadtbus "erheblich" zu

Wie das Ergebnis für das laufende Jahr ausfallen wird, könne Bayer noch nicht abschließend sagen. "Aber schon heute steht fest, dass Corona das zentrale Thema sein wird", sagt der Geschäftsführer. Allein der Umsatzverlust der Bäder und des Stadtbusverkehrs sei erheblich.

Zudem hätten Gewerbe und Industrie Corona-bedingt in der Zeit des Lockdowns weniger Energie verbraucht. Die wirtschaftliche Lage der Stadtwerke bleibe durch die Pandemie herausfordernd. "Wenn wir unsere Netze erneuern und weiterhin in erneuerbare Energien und die Digitalisierung investieren, geht es schnell in die Millionen. Deswegen muss ich es so klar sagen: Ein größerer finanzieller Spielraum für die Stadtwerke Bayreuth wäre Gold wert und dringend notwendig", betont Bayer. (gun)

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