Im Rahmen einer Kooperation mit dem Verteilnetzbetreiber EWE Netz aus Oldenburg erhalten die App-Nutzer kostenlos Auskunft über die Netzsituation. Die Nutzung der Anwendung im EWE-Netzgebiet sei voraussichtlich ab Herbst möglich, teilten die Netzbetreiber mit.
Die App "StromGedacht" zeigt den App-Nutzern in der Regelzone von TransnetBW den Status des Übertragungsnetzes mithilfe einer einfachen Ampelfarblogik an. Künftig würden die Menschen in Niedersachsen die Möglichkeit erhalten, die Systemstabilität auf der Verteilnetzebene freiwillig zu unterstützen, indem sie ihr Verbrauchsverhalten nach dem "StromGedacht"-Signal ausrichten, sagte Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung von TransnetBW. EWE Netz erweise sich mit dieser Entscheidung als Vorreiter unter den Verteilnetzbetreibern.
Das Verteilnetz von EWE Netz, das der Regelzone von Tennet Germany zugeordnet ist, versorgt über zwei Millionen Menschen zuverlässig mit Strom und besteht aus einem über 20.000 Kilometer langen Mittelspannungsnetz und einem über 60.000 Kilometer langen Niederspannungsnetz.
Orientierungshilfe für Netztnutzer
"Die Energiewende gelingt nur, wenn Erzeugung und Verbrauch stärker zusammengedacht werden", kommentierte Torsten Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EWE Netz. Mit der App würden Kundinnen und Kunden erstmals eine einfach verständliche Orientierungshilfe an die Hand bekommen, mit der sie nachvollziehen können, wann besonders viel erneuerbare Energie im Netz verfügbar ist und wann Strom netzdienlich genutzt werden kann.
Die App ging vor fünf Jahren an den Start und hat nach Unternehmensangaben zum Ziel, die Öffentlichkeit transparent über prognostizierte Engpässe im Übertragungsnetz zu informieren und stellt Stromverbrauchern das deutschlandweit einzige Steuerungssignal für ein netzdienliches Verhalten bereit. Auch könnten ihre Nutzer zum Beispiel per Push-Nachricht um Mithilfe gebeten werden, wenn mehr für die Stabilisierung des Netzes getan werden muss.
Update im Jahr 2023
Anfang 2023 musste TransnetBW die Darstellungsfunktionen anpassen, nachdem viele Nutzer bei der Ampelfarbe Rot einen Blackout fürchteten. Für mehr Verständlichkeit hatte der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW die neue Farbe Orange in der Ampel-Logik der App eingeführt. Sie signalisiere eine Situation im Übertragungsnetz, in der TransnetBW mehr Maßnahmen zur Stabilisierung ergreifen muss als gewöhnlich – und zu der Bürgerinnen und Bürger beitragen könnten.
"StromGedacht" sei keine Warn-App, betonte TransnetBW. "Im Falle einer kritischen Situation im Stromnetz mit spürbaren Auswirkungen auf die Bevölkerung warnen die Behörden über offizielle Kanäle wie das Radio oder die Nina-App." Eine solche Lage gilt nach Einschätzung von Fachleuten aber als sehr unwahrscheinlich.



