Nach einer längeren Wachstumsphase haben die Berliner Stadtwerke zuletzt über 3500 Stromkunden verloren. Der Kundenrückgang sei seit mittlerweile drei Wochen gestoppt, versicherte Stephan Natz, Sprecher des Mutterkonzerns Berliner Wasserbetriebe, auf ZfK-Anfrage. Zuerst hatte „rbb 24“ darüber berichtet.
„Wir sind im vergangenen Jahr so ein bisschen Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden", so Natz weiter. Die Stadtwerke waren lange Zeit mit sehr günstigen Preisen am Markt erfolgreich und zählten vor rund einem Jahr noch über 35.000 Kunden.
Zuletzt sei der Kundenzustrom noch höher ausgefallen als erwartet. Deshalb musste das Unternehmen zu den „damals sehr hohen Konditionen“ an der Börse Strom nachbeschaffen und die Preise erhöhen. Diese betrugen zuletzt für die mehreren tausend Bestandskund:innen 52,9 Cent pro Kilowattstunde.
Zum ersten Januar wollen die Berliner Stadtwerke deshalb für alle rund 23.000 Bestandskund:innen, die sich nicht in einer Preisgarantie befinden, den verbrauchsabhängigen Arbeitspreis auf "ein dem Neukundentarif sehr ähnliches Niveau anheben".
Strompreis sinkt um bis zu 30 Prozent
"Das bedeutet für zwei Drittel der oben genannten Kund:innen eine Reduzierung ihrer Stromkosten um bis zu rund 30 Prozent“, sagte Natz.
Die übrigen Bestandskund:innen hätten sehr lange von laufenden Preisgarantien profitiert und waren von den Preisanpassungen 2023 ausgenommen. „Nun müssen wir auch diese Kund:innen an das aktuelle Marktniveau anpassen, was - je nach bisherigem Niveau - bis zu 30 Prozent mehr bedeuten kann.“
Der neue Tarif liege auf dem Niveau anderer Ökostrom-Anbieter, sei aber nicht der billigste, was auch nie die Anspruch der Berliner Stadtwerke gewesen sei. Das Angebot liege aber deutlich unterhalb der gesetzlichen Strompreisbremse und dem aktuellen Grundversorgertarif (41,41 ct/kWh). (hoe)
