Wie die Berliner Wasserbetriebe (BWB) am Montag in einer Pressekonferenz bilanzierten, haben sie 2019 insgesamt 220 Mio. m³ Trinkwasser verkauft, und 255,2 Mio. m³ Abwasser gereinigt. Der Umsatz kletterte um 23,3 Mio. Euro auf knapp 1.175 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss stieg dieses Mal leicht an und kletterte von 193,6 Mio. Euro auf 196 Mio Euro. Im Jahr 2017 lag er bei 135,1 Mio. Euro.
Auch während der Corona-Krise ist die Wasser Ver- und Entsorgungsleistungen gesichert. Rund 2000 Mitarbeiter wurde Home-Office ermöglicht, erläuterte BWB-Vorstandsvorsitzender Jörg Simon Außerdem schützt ein Rotationsverfahren und genügend Abstand die Beschäftigten vor Ort, um so die Arbeitsleistung zu sichern. Ausgesetzt wurden nur wenige Dienstleistungen wie etwa die Arbeit in den Kundenservice-Punkten sowie das Inkasso.
Investitionen klettern nach oben
"Unsere Investitionen können wir trotz Pandemie fortführen. Aber 30 Projekte wurden zeitweise pausiert, sind aber nun auf einem guten Weg", erläuterte der Vorstandsvorsitzende. 384 Mio. Euro investieren die BWB und damit rund 38 Mio Euro mehr als im Vorjahr.
Ein Großteil der Investitionen flossen in das Programm zur Ausrüstung aller Berliner Klärwerke mit zusätzlichen Reinigungsstufen. Hier lag der Wert mit ungefähr 112 Mio. Euro rund 17 Mio. Euro über dem Vorjahresbetrag. Wirtschaftssenatorin und Aufsichtsratschefin Ramona Pop verwies in dem Kontext auf die bis 2031 vereinbarten Investitionen von insgesamt 5,9 Mrd. Euro. Dies werde bei Tarifen verwirklicht, die bis Ende 2023 stabil blieben und sich danach im günstigsten Drittel der 30 größten deutschen Städte bewegen sollen.
Flexibleres System für künftige Trockenzeiten
In die Leitungsnetze wurden im vergangenen Jahr insgesamt 192,7 Mio. Euro investiert. Den größten Zuwachs dabei verzeichnete die Erneuerung der großen Abwasserdruckleitungen, für die die Ausgaben um mehr als die Hälfte auf 34,1 Mio. Euro wuchsen.
Auch wenn der Wasserverkauf 2019 etwas gesunken ist, war der vergangene Sommer erneut zu trocken. Die Investitionen in die Wasser- und Zwischenpumpwerke kletterten im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf 36 Mio. Euro nach oben. Ein zentrales Projekt war dabei der Neubau der Reinwasserbehälter im Zwischenpumpwerk Lindenberg. Zusammen mit dem Land Berlin arbeitet das Unternehmen an einem Masterplan Wasser, der die Versorgung der Stadt in den kommenden Jahrzehnten unter Klimawandel- und Wachstumsszenarien betrachtet.
36 Prozent der PV-Anlagen gehören den Berliner Stadtwerken
Rund 36 Prozent aller seit 2016 auf Berlins Dächern installierten PV-Anlagen sind von der Wasserbetriebe-Tochter - den Berliner Stadtwerken - konzipiert worden. Mit den bislang 4,3 Megawatt in Mieterstromprojekten installierter Leistung liegt ihr Anteil bundesweit bei 22 Prozent. Die bislang von den Stadtwerken umgesetzten Ökostrom- und Energiespar-Projekte vermeiden mehr als 30000 Tonnen CO2-Emissionen.
2020 werden die Stadtwerke mit der Errichtung des neun Anlagen umfassenden Windparks Albertshof bei Bernau ihre Erzeugungskapazität um 31 Megawatt ausweiten. Die Arbeiten an den Fundamenten für dieses aktuelle Windparkprojekt in Brandenburg laufen. Der Windpark werde 31.000 Haushalte versorgen können und umfasse Investitionen von knapp 31 Mio. Euro, wie Senatorin Pop ergänzte. (gun)
