Aggressive Anrufer, dubiose Angebote, vermeintlich einfache Modalitäten für den Vertragsabschluss: Unlautere Praktiken bei der Neukundenakquise nehmen wieder zu, nicht selten trifft es dabei ältere Menschen.

Aggressive Anrufer, dubiose Angebote, vermeintlich einfache Modalitäten für den Vertragsabschluss: Unlautere Praktiken bei der Neukundenakquise nehmen wieder zu, nicht selten trifft es dabei ältere Menschen.

Bild: © logoboom/Adobe Stock

Im abgelaufenen Jahr hatten die Bundesnetzagentur (BNetzA) insgesamt 34.714 Beschwerden zu unerlaubten Werbeanrufen erreicht. Im Vorjahr waren es noch 64.704. Die Bußgelder lagen in Summe bei 1,435 Mio. Euro und übertrafen damit den Vorjahreswert von 1,15 Mio. Euro.

Den Rückgang von Beschwerden bezeichnete Klaus Müller, Präsident der Regulierungsbehörde, als einen "Lichtblick", allerdings würden sich immer noch viele Unternehmen, vor allem im Energiesektor, nicht an die gesetzlichen Vorgaben halten.

Anzahl der Beschwerden geht zurück

Wie in den Vorjahren hat die Behörde auch 2023 die Bußgeldverfahren überwiegend gegen auf dem Energiemarkt tätige Unternehmen sowie von ihnen beauftragte Callcenter eingeleitet. Zum Thema "Energieversorgung" gingen rund 5.600 Beschwerden ein, gefolgt von den Themen "Gewinnspiel" und "Bauprodukte" mit rund 5.400 beziehungsweise 5.300 Beschwerdeeingängen.

Die BNetzA habe allein den Energiesektor betreffend in drei Verfahren ein Bußgeld in Höhe von jeweils 285.000 Euro und in einem Verfahren in Höhe von 275.000 Euro eingeleitet.

Trend zu "besonders schweren Belästigungen"

In vielen Fällen hätten sich die Anruferinnen und Anrufer zu Beginn der Gespräche fälschlich als aktueller Energieversorger der Angerufenen oder als Vergleichsportal ausgegeben, um das Vertrauen der Betroffenen zu gewinnen. So gelangen sie an persönliche Daten wie die Zählernummer oder den Zählerstand. Bei den gemeldeten Werbeanrufen sei "ein deutlicher Trend hin zu besonders schweren Belästigungen und Rechtsverletzungen erkennbar", hieß es aus Bonn weiter. (am)

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