Einer der größten kommunalen RWE-Aktionäre hat sein letztes Aktienpaket verkauft. Die Bochumer Holding für Versorgung und Verkehr (HVV) hat die verbliebenen 2,2 Mio. Anteile an dem Essener Energiekonzern erfolgreich veräußert, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtwerke Bochum. Das Aktienpaket umfasste ursprünglich 6,6 Mio. Aktien. Die dritte und letzte Tranche wurde an mehreren Handelstagen zwischen Juli und September dieses Jahres verkauft, die Kurswerte lagen zwischen rund 25 und rund 27 Euro pro Aktie.
Der HVV erzielte daraus Veräußerungsgewinne in Höhe von 35 Mio. Euro. "Wie in den vergangenen Jahren bleibt abzuwarten, inwieweit Sondereffekte zu kompensieren sind", erklärte ein Stadtwerkesprecher auf ZfK-Anfrage. Welche Art von Effekte damit genau gemeint sind, ließ er offen. Der Rat der Stadt Bochum hatte 2016 entschieden, das Aktienpaket schrittweise in drei gleich großen Paketen zu veräußern. Die erste Tranche wurde bereits im Herbst 2016 verkauft. Laut Wirtschaftswoche lagen die Verkaufskurse zwischen 15 und 15,65 Euro, die Veräußerungsgewinne betrugen insgesamt 11 Mio. Euro.
21 Kommunalversorger in NRW halten noch RWE-Aktien
Die zweite Tranche wechselte im Juni 2017zu einem durchschnittlichen Kurs von 20 Euro den Besitzer - hier lagen die Veräußerungsgewinne bei 21 Mio. Euro. Laut einer Studie von Greenpeace Köln hatten vor rund einem Jahr noch 21 kommunale Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und angrenzenden Regionen noch rund 100 Millionen Aktien von RWE gehalten. Dies berichtete der "Deutschlandfunk" Anfang August. Bislang hatten viele Kämmerer auf eine Verbesserung des Aktienkurses gewartet, diese ist in den vergangenen Monaten eingetreten.
Nach Dortmund, Essen und Mülheim/Ruhr war Bochum der viertgrößte kommunale Anteilseigner von RWE. Die Geschichte dieses Engagements reicht weit zurück bis ins Jahr 1906. Der Landkreis Bochum und der Stadtkreis Bochum waren damals Gründungsmitglieder und Miteigentümer der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen AG (VEW) mit Sitz in Bochum (später Dortmund). Im Rahmen der Fusion von VEW AG und RWE AG im Jahr 2000 kam Bochum durch Aktientausch in den Besitz von Aktien der RWE AG. (hoe)

