Das Angebot an Büroflächen in erstklassigen Objekten in 1A-Lagen ist in den meisten europäischen Städten knapp. Das sei die Grundlage für eine relativ widerstandsfähige Performance während dieser Pandemie. Das berichtet der internationale Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle (JLL).
Allerdings verzeichneten die Mietpreise mit einem leichten Plus von einem Prozent das niedrigste prozentuale Wachstum seit 2010.
In einigen Städten gab es aber auch Zuwächse bei den Mietpreisen. Im Jahresvergleich kommt Hamburg mit einem Plus von 6,9 Prozent auf die höchste Zunahme unter den sieben größten deutschen Städten, Berlin folgt mit einem Plus von 2,7 Prozent. In der Hauptstadt unterstützt der nach wie vor bestehende Angebotsmangel bei hochwertigen Gebäuden und die vor allem mit Corona verbundene Abnahme der spekulativen Bautätigkeit die Spitzenmieten, teilt JLL mit.
Hamburg gut aufgestellt
Hamburg könne in der Krise mit einer diversifizierten Wirtschaft punkten, meint JLL. Das ermögliche der Stadt, ökonomische Einbrüche vergleichsweise gut abzufedern. Zudem gebe es hier eine stark ausgeprägte Digitalwirtschaft, die gerade im Pandemiejahr zu einer Schlüsselbranche geworden sei.
Besonders die zweite im Herbst einsetzende Welle von Covid-19-Infektionen hat nach Angaben des Immobilienspezialisten zum Ausbleiben von Vermietungsabschlüssen geführt, die auf 2021 verschoben wurden. Insgesamt summierte sich das Umsatzvolumen 2020 in Europa auf 8,2 Mio. Quadratmeter, das bedeutet ein Minus im Jahresvergleich von 41 Prozent. In Deutschland lag der Rückgang in den sieben größten Städten bei 33 Prozent.
Prognosen für 2021
In den deutschen Immobilienhochburgen ist die Büro-Leerstandsquote aber immer noch niedrig. Sie lag zum Jahresende im Schnitt bei 3,7 Prozent und bewegt sich damit deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.
Nach einem wahrscheinlich schwachen Start in den ersten Monaten werden die Vermietungsaktivitäten ab Mitte 2021 wieder anziehen – vorausgesetzt die allgemeine Situation entspannt sich durch eine große Anzahl erfolgreicher Impfungen. Ein Plus von 15 bis 20 Prozent gegenüber dem schwachen 2020er Ergebnis könnte im laufenden Jahr unterm Strich erzielt werden, meint JLL. In der Tendenz werden die Leerstände in Deutschland nach den Prognosen bis Ende 2021 auf durchschnittlich 4,5 Prozent weiter zunehmen. Der Büromarkt sei damit aber weit von einer Angebotsschwemme entfernt.
Projektentwicklungen werden fertig
Allerdings erreichten die Projektentwicklungen in Europa 2020 das höchste Niveau seit 2014. Wenn die Planungen nicht verschoben oder bis auf Weiteres zurückgefahren werden, wird 2021 ein Neubauvolumen von 8,2 Mio. Quadratmetern Bürofläche in Europa erwartet, teilt JLL mit. Das wäre das höchste jemals verzeichnete Volumen. (hp)