Ein Mann bedient eine Luftwärmepumpe, die im Keller eines Wohnhauses steht.

Ein Mann bedient eine Luftwärmepumpe, die im Keller eines Wohnhauses steht.

Bild: © Silas Stein/dpa

Die Contracting-Branche befindet sich weiter im Aufwind. Die Umsätze im vergangenen Jahr sind um knapp elf Prozent auf knapp 4,3 Mrd. Euro und die Verträge sogar um knapp zwölf Prozent auf knapp 74.500 gewachsen. Das zeigt die aktuelle Markterhebung des Verbandes für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting (Vedec).

Wesentliche Hemmnisse für den Contractingmarkt sehen die Befragten derzeit vor allem in der Energiepreisentwicklung und den daraus resultierenden Unsicherheiten.  An zweiter Stelle stehen nach wie vor die Wärmelieferverordnung und die Kostenneutralität, welche die Möglichkeiten von Contracting im Gebäudebestand stark einschränken, heißt es weiter. Ein Großteil der Befragten sehe Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude oder die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze und auch die wechselhaften Rahmenbedingungen als hinderlich an.
 

Einen enormen Anstieg gab es bei der Frage, ob die Unternehmen planen, sich zukünftig klimaneutral aufzustellen. Haben im Vorjahr gerade mal etwas über die Hälfte diese Frage bejaht, sind es nun 82 Prozent der befragten Unternehmen. Auch der Kundenwunsch nach klimaneutralen Lösungen und Geschäftsmodellen ist mit nun 7,2 (Skala 1 - 10) deutlich spürbarer als noch im vergangenen Jahr (5,3). Die Kunden möchten vor allem Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und klimaneutrale Wärme. Zu den nachgefragten Maßnahmen gehören PV-Anlagen, E-Mobilität/Ladesäulen und Beratungen zur Vermeidung von CO₂-Emissionen.

"Ein erster Schritt wäre die Novellierung der Wärmelieferverordnung"

„Die Contracting-Branche befindet sich im Wandel. Der Bedarf an klimaneutralen Lösungen steigt auf Kundenseite deutlich“, sagt Tobias Dworschak, Vorstandsvorsitzender des Vedec. Neue Dynamik und Handlungsdruck komme zudem durch den Krieg in der Ukraine und den nach wie vor stark spürbaren Klimawandel in den Markt. Umso wichtiger sei es, dass die Bundesregierung die bestehenden Hemmnisse für die Umsetzung von Contractinglösungen insbesondere im Wohngebäudebestand zeitnah beseitige. „Ein erster wichtiger Schritt wäre die Novellierung der Wärmelieferverordnung“.

Der Umsetzungsstatus der Digitalisierung in den Contracting-Unternehmen ist laut der Umfrage leicht gestiegen. Die Digitalisierungselemente seien vielfältig. Zu den häufigsten Antworten gehörten das Energiemanagement, die Zählerstandablesung und die 24/7-Überwachung der Anlagen. (hoe)

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