Findet die E-World, die Leitmesse der deutschen Energiewirtschaft, nächstes Jahr nicht nur verspätet statt, sondern auch noch digital? Dafür plädiert der Edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation.
Grund dafür seien zahlreiche Meldungen aus Mitgliederkreisen, die zu einer intensiven Diskussion des Themas in der Online-Mitgliederversammlung am 12. November geführt hätten, teilt der Verband mit. "Zusammenfassend ist festzustellen, dass niemand davon ausgeht, dass sich die coronabedingten Verhältnisse bis Mai grundlegend ändern werden", resümierte Geschäftsführer Rüdiger Winkler. "In zahlreichen Unternehmen wird es deswegen weiter das Verbot von Dienstreisen geben."
Verlängerung von Rücktrittsfrist
Zudem sei die E-World keine Messe, auf der Exponate bestaunt werden, heißt es weiter. Sie lebe vielmehr vom persönlichen Dialog zwischen Besuchern und Ausstellern. "Genau das ist das Alleinstellungsmerkmal der E-World, das diese Messe auch für unsere Mitglieder zum zentralen Branchenereignis des Jahres macht", führt Winkler aus.
"Dies würden wir alle im Jahr 2022 gerne wieder miterleben und sind deswegen sehr daran interessiert, dass dieses Alleinstellungsmerkmal erhalten bleibt."
Der Verband fordert, dass die Messe Essen zumindest die Rücktrittsfrist für Aussteller, die bereits angemeldet seien, verlängere. Der 18. November 2020 sei aus Ausstellersicht viel zu kurzfristig.
Drastische Kostensenkungen
Nach Aussagen von Edna-Mitgliedern bereiteten sich viele Unternehmen mangels eines digitalen E-World-Konzepts, das über die Aussteller hinaus geht, ohnehin bereits auf einen Plan B mit eigenen digitalen Angeboten vor, berichtet der Verband. Für die Messe selbst versuchten die meisten, die Kosten drastisch zu senken.
"Auch Unternehmen, die jetzt buchen, weil sie ihren Standplatz für die E-World 2022 sichern wollen, werden in Sachen Standbau und Personal allenfalls einen Mindestaufwand betreiben", sagt Winkler. "Deswegen wird sich das Gesicht der Messe, so sie stattfindet, deutlich verändern. Dies kann ebenfalls nicht im Interesse der Veranstalter sein."
Internationale Lage
Ferner habe die E-World in der Vergangenheit auch immer eine internationale Ausstrahlung gehabt, insbesondere auch in den Benelux-Raum und Großbritannien. "Selbst wenn die Ansteckungszahlen sinken sollten und Impfungen überall gestartet werden, sehen wir hier nicht, dass sich das bis Mai grundlegend auf die bestehende Lage auswirken wird", glaubt der Edna-Geschäftsführer. "Das belegen auch alle aktuellen Aussagen von Experten."
Umfangreiches Hygienekonzept
Anfang November hatte die Messe Essen angekündigt, die E-World auf den 4. bis 6. Mai zu verschieben. Gleichzeitig versicherten die Organisatoren, dass ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet werde. Wichtige Bausteine seien das digitale Ticketing, eine moderne Belüftung mit 100 Prozent Frischluftzufuhr und ein großzügiges Platzangebot, um die bekannten Abstandsregeln einhalten zu können. (Die ZfK berichtete.) (ab)
