In Neumünster haben die örtlichen Stadtwerke kurz nach Beginn der Corona-Krise ein Helfer-Portal ins Leben gerufen, in Trier einen Liefer-Einkaufsservice, in Lübben eine Online-Nachbarschaftshilfe. Man könnte noch viele weitere Beispiele nennen. "Stadtwerke haben jetzt die Chance, sich als aktive Akteure in der Stadt und Region zu positionieren", verdeutlicht Kommunikationsberater Jens Voshage, Geschäftsführer von Eins A Kommunikation in Hannover. Die Kommunikations-Agentur ist spezialisiert auf die Beratung und Umsetzung von Maßnahmen für kommunale Stadtwerke.
"Jetzt können echte Communitys geschaffen werden"
Kommunalversorger könnten jetzt deutlich machen, welchen Mehrwert das örtliche Stadtwerk gegenüber einem überregionalen Energieanbieter biete, betont er. "Jetzt können Stadtwerke beweisen, dass "Wir sind für Sie vor Ort" keine hohle Phrase ist, sondern auch wirklich mit Leben gefüllt wird." Was Stadtwerke jetzt in der Region anböten, habe eine nachhaltige Wirkung. "Jetzt können echte Communitys geschaffen werden, die langanhaltend eine enge emotionale Bindung zwischen Bürgern und Kunden mit dem Stadtwerk erzeugen."
"Kommunikationsmaßnahmen schnell umsetzen"
Welche Kanäle ein Unternehmen üblicherweise nutze, spiele in der Corona-Krise keine Rolle. "Es müssen die Kommunikationsplattformen genutzt werden, auf denen Kunden und Bevölkerung aktiv sind. Das schließt natürlich auch soziale Netzwerke mit ein." Wenig Zeit zu haben sei dabei keine Besonderheit, sondern ein grundsätzlicher Teil einer Krise. "In der Corona-Lage sollte dieser Umstand dafür genutzt werden, neue Vertriebs- und Kommunikations-Maßnahmen sehr schnell umzusetzen“. Für zähe Bedenkenträger-Runden sei in dynamischen Lagen keine Zeit.
Der schmale Grat zwischen an- und unangemessen
"Was angemessen ist und was nicht, kann sich in dieser dynamischen Lage sehr schnell ändern." Daher sollte vor jedem Start einer neuen Maßnahme, vor jedem neu ausgerollten Werbemotiv kurz geprüft werden, ob zwischen Idee und Veröffentlichung etwas passiert ist, dass wichtige Bevölkerungsgruppen die Maßnahme als unangemessen empfinden. (hoe)
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