In der westlichen Innenstadt der Ruhrmetropole will der Spar- und Bauverein die Wärmeversorgung auf umweltfreundliche Wärme umrüsten. Dafür müssen die bestehenden Etagen-Gasthermenheizungen aus dem Altbaubestand weg. Als Ergebnis sollen die Mieter umweltfreundliche Fernwärme erhalten, und zwar zu günstigeren Bedingungen.
Denn in Dortmund hat die Fernwärme bereits einen CO2-Reduktionsanteil von 80 Prozent erreicht. Eine wichtige Säule bildet dabei die industrielle Abwärme der Dortmunder Rußwerke. In der Perspektive wolle DEW 21 auch Abwärme aus der Wasserstoffproduktion des Unternehmens nutzen, was die CO2-Bilanz der Wärme weiter verbessern dürfte.
Schnelles Handeln erforderlich
Dieser Schritt sei sowohl wirtschaftlich als auch politisch zwingend notwendig, sagte der Vorstandsvorsitzende von Sparbau, Franz-Bernd Grosse Wilde, der ZfK. Die hohen Effizienz- und Nachhaltigkeitsanforderungen an den Immobilienbestand erfordern schnelles Handeln. Durch die synchrone Ausbauweise, Sparbau in den Wohnungen, DEW21 draußen, soll sich der Belästigungsgrad für die Einwohner in Grenzen halten. In bestimmten Bauphasen sollen mobile Heizzentralen von DEW21 die Versorgung übernehmen. Spätestens Mitte 2025 sollen die ersten Wohneinheiten dann am Fernwärmenetz sein.
Die Investitionskosten für den geplanten Anschluss von 3.000 Wohneinheiten belaufen sich aufseiten der Immobiliengesellschaft auf rund 30 Mio. Euro, für etwa 40 Prozent des Invests gab es ein Förderdarlehen. Unter den aktualisierten Bedingungen wären das derzeit nur noch 30 Prozent. "In diesem Zusammenhang würden wir uns von der Politik einen verlässlicheren Rahmen für einen längeren Zeitraum wünschen."
Zeitfaktor als Vorteil
Der Dortmunder Energieversorger investiert in die Wärmeinfrastruktur in den kommenden Jahren etwa 1,5 bis 1,6 Mrd. Euro. Dortmund sei mit seinen CO2-Reduktionszielen bereits weit fortgeschritten, "das bringt uns einen entscheidenden Vorteil", erläuterte der Vorsitzende der DEW21-Geschäftsführung Gerhard Holtmeier. Dieser Zeitvorsprung im Vergleich zu vielen anderen Städten im Ruhrgebiet erleichtert die Suche nach Fachpersonal sowie die Beschaffung von den nötigen Komponenten und Material. (am)

