Das Schweizer Fintech Loanboox hat in einer Series B Finanzierungsrunde 20 Mio. Euro an Wagniskapital eingesammelt. Die Runde war überzeichnet, das Geld ist für das weitere Wachstum der Geld- und Kapitalmarktplattform in Europa und die Erweiterung des Produktsortiments bestimmt. Zu den Anlegern zählt auch die Deutsche Kreditbank (DKB), die erstmals in ein Start-up aus dem Finanzbereich (Fin-Tech) investiert. "Die Plattformökonomie wird in Zukunft auch das traditionelle Finanzierungsgeschäft mit der Öffentlichen Hand in Europa verändern und daran wollen wir frühzeitig partizipieren", erklärte Thomas Jebsen, Vorstandsmitglied der DKB.
Der Investorenkreis umfasst neben der BayernLB-Tochter auch die Liechtensteiner LGT-Gruppe und weitere namhafte Kapitalanleger aus Europa und Übersee. Die Unternehmensbewertung von Loanboox steigt damit auf rund 110 Mio. Euro. Geschäftsgrundlage von Loanboox ist die Vermittlung von Finanzierungen und Investitionen über eine digitale Plattform. Zu den Kunden zählen öffentlich-rechtliche Körperschaften, Banken, Großunternehmen und institutionelle Anleger.
Zahl der Stadtwerke mit Plattform-Zugang im zweistelligen Bereich
Seit vergangenem Jahr ist das Unternehmen auch im deutschen Markt aktiv, die Kommunalwirtschaft ist dabei eine der wichtigsten Zielgruppen. "Die Nachfrage der Stadtwerke auf unsere Plattform-Lösung ist weiterhin hoch. Die Anzahl der Stadtwerke, die mittlerweile einen Zugang zur Plattform haben, liegt im zweistelligen Bereich", teilt ein Sprecher auf ZfK-Anfrage mit. Es gebe bereits einige Finanzierungsanfragen aus der Kommunalwirtschaft und auch erste Transaktionen.
Loanboox-Gründer und CEO Stefan Mühlemann zeigte sich sehr erfreut über die erfolgreiche jüngste Finanzierungsrunde und den großen Zuspruch internationaler Kapitalgeber: "Wir hatten die Möglichkeit, die neuen Geldgeber auszuwählen, die Loanboox auch inhaltlich den meisten Mehrwert bieten können, da wir signifikant überzeichnet waren. Zudem haben alle bisherigen Aktionäre auch in dieser Runde wieder investiert", so Mühlemann. Bis Ende 2021 will das Unternehmen profitabel sein.
Roland Berger: "Loanboox-Technologie wichtiger Katalysator"
Die Beteiligungen der DKB und der LGT Gruppe bewegen sich im niedrigen einstelligen Bereich, die Unabhängigkeit von Loanboox sei weiter vollständig gewährleistet, heißt es. Auch zahlreiche Family Offices und Business Angels haben in die Plattform investiert, darunter auch Roland Berger, Gründer und Partner der gleichnamigen Strategieberatung. "Für mich ist die Technologie von Loanboox ein wichtiger Katalysator für eine Steigerung der Transparenz, Effizienz und Sicherheit im Finanzierungssektor durch die Schaffung erheblicher und nachhaltiger Vorteile für alle Marktteilnehmer", erklärte Berger. Die weiteren Anwendungsmöglichkeiten der Technologie und der Plattform seien enorm. (hoe)
