Ein Mitarbeiter der DVV Versorgung im Einsatz.

Ein Mitarbeiter der DVV Versorgung im Einsatz.

Bild: © DVV

Wichtige Weichen zur Transformation von Erzeugung und Fuhrpark sind gestellt – die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft hat sich für die kommenden Jahre ambitionierte Ziele gesetzt.

Am Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks wurden beispielsweise sieben flexibel einsetzbare Blockheizkraftwerke errichtet mit einer Gesamtleistung von 31,5 MW. Diese sollen im Laufe des Jahres in Betrieb gehen.

Ein Leuchtturmprojekt entsteht zudem im Duisburger Süden, im Ortsteil Huckingen: An der dortigen Kläranlage entsteht eine innovativen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (iKWK). Wärmepumpen werden dabei, die im bereits geklärten Abwasser der Kläranlage enthaltene Restwärme nutzen, um sie dem Fernwärmenetz zuzuführen.

Abwärmenutzung aus Rechenzentren

Bis 2035 soll die komplette Fernwärme in Duisburg klimaneutral produziert werden. Im Rahmen des „Klimaprogramms 2035“ soll dieses Ziel nicht nur im Wärme-, sondern auch im Energiebereich angestrebt werden.

Dazu beitragen soll auch eine umfassende Abwärmenutzung, beispielsweise aus einem im Bau befindlichen Rechenzentrum in Wedau. Auch die Nutzung von Tiefengeothermie wird geprüft, bis Herbst soll eine Machbarkeitsstudie Aufschluss über die Potenziale geben.

Anschaffung von 100 Wasserstoffbussen

Die Mobilitätswende soll bis 2030 durch den Kauf von 100 Wasserstoffbussen maßgeblich vorangetrieben werden. Der Rat der Stadt Duisburg hatte im vergangenen Jahr grünes Licht für die Bestellung gegeben.

Forciert wird in Duisburg zudem der Glasfaserausbau, auch der Bau von IT-Rechenzentren hat sich zu einem wachsenden Geschäftsfeld entwickelt, erklärt Marcus Wittig, Vorsitzender der DVV und Vorstandsvorsitzender der Duisburger Stadtwerke AG, in einem Video im soeben erschienenen digitalen Geschäftsbericht des Unternehmens. Bereits zwei große Rechenzentren wurden in Betrieb genommen, zwei weitere sind in Planung.

Wittig: "Die Mannschaft stand, ähnlich wie in der Coronakrise"

„In Summe sind wir sehr zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2022. Unsere Strategie, die wir in den letzten Jahren entwickelt und aufgebaut haben, hat uns insbesondere in der Zeit der Energiekrise geholfen“, so Wittig weiter. Die Maßstäbe, die man im vergangenen Jahr an die Belegschaft angelegt habe, seien übererfüllt worden. „Die Mannschaft stand, ähnlich wie in der Coronakrise“.

Bei dem kommunalen Konzern waren Ende vergangenen Jahres 4.329 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 31.12.2022)  über alle Konzerngesellschaften hinweg beschäftigt.

Holding reduziert Defizit, Stadtwerke legen deutlich zu

Das Gesamtergebnis des DVV-Konzerns lag im vergangenen Jahr bei 17,7 Mio. Euro (2021: – 864000, die DVV mbH als Holding verzeichnete einen Verlust von 9,7 Mio. Euro (2021: – 14,7 Mio.). Den größten positiven Ergebnisbeitrag lieferte die Stadtwerke Duisburg AG mit einem Ergebnis von 52,9 Mio. Euro (2021: 34,6 Mio.).

Die Verwerfungen auf dem Energiemarkt hatten zu enorm gestiegenen Beschaffungspreisen an den Energiebörsen geführt. Damit einher gingen stark erhöhte Handelstätigkeiten der konzerneigenen Energiehandelsgesellschaft, die für den DVV-Konzern einen deutlichen Umsatzsprung auf rund 5,5 Milliarden Euro (2021: 2,6 Mrd.) bedeuteten. Im Geschäftsfeld Mobilität lag der Fokus im Geschäftsjahr 2022 auf der Erneuerung der Fahrzeugflotte mit dem Ziel, einen emissionsfreien öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bis zum Jahr 2030 zu realisieren.

"Ergebnis schafft eine gute Basis"

„Für die Unternehmen des DVV-Konzerns war 2022 das dritte Jahr in Folge mit außergewöhnlichen Herausforderungen. Wir haben es dennoch geschafft, ein gutes und stabiles Ergebnis zu erwirtschaften, das uns für die enormen Investitionen, die für Energie- und Mobilitätswende und die wichtigen Schritte in der Digitalisierung zwingend erforderlich sind, eine weiterhin gute Basis schafft“, resümierte Wittig. (hoe)

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