Mit dynamischen Tarifen kommen die Kunden bereits jetzt vor Einführung der gesetzlichen Pflicht in 2025 immer häufiger in Kontakt. Die Unternehmensberatung Kreutzer Consulting hat kürzlich beobachtet, dass dynamische Stromtarife in den Rankings der Vergleichsportale häufig die ersten Plätze belegen.
Die Stiftung Warentest hat nun erstmals einen Test zu dynamischen Tarifen durchgeführt. "Wir haben mehr als 1.500 Energieversorger angeschrieben und befragt", sagt Testleiter Julian Chudoba. Von 23 Antworten haben sich 20 für einen Vergleich qualifiziert.
"Mein Ziel war es, die erste Übersicht zu erstellen, die für jeden Tarif die Zusatzkosten pro Kilowattstunde ausweist: die Summe aus Abgaben, Umlagen, Entgelten, Marge und sonstigen Kosten", erklärt Chudoba. Anhand dieser Kosten ließen sich die Tarife am besten vergleichen, da der Börsenstrompreis für alle gleich ist.
"Überrascht haben mich Höhe und Spanne der Zusatzkosten: Sie lagen zwischen 19 und 26 Cent pro kWh, es gab also bis zu 7 Cent Unterschied", so der Tester. Ein Musterhaushalt zahlt beim teuersten Anbieter im Test fast 460 Euro im Jahr mehr als beim günstigsten.
Zurückhaltung bei der Empfehlung
Stiftung Warentest hält die Tarife nur für Haushalte mit Wärmepumpe oder Elektroauto für sinnvoll. Zudem empfiehlt die Stiftung nur Tarife, die mit einer Frist von maximal vier Wochen gekündigt werden können, um bei dauerhaft steigenden Preisen am Strommarkt in einen günstigeren klassischen Stromtarif wechseln zu können.
Ob sich insbesondere die beiden oben genannten Tarife der Vergleichsportale bereits jetzt für die Kunden lohnen, bleibt auch aus anderen Gründen offen. Laut Kreutzer Consulting setzt etwa das Startup Plan-B Net Zero Energy (PBNZ) auf eine bestimmte Strategie: Dabei werde auf den Vergleichsportalen für den ersten Liefermonat ein attraktiver Fixpreis angeboten, in den folgenden Monaten wechselt der Arbeitspreis stündlich in Abhängigkeit von den Preisen an der Strombörse Epex Spot. (pfa)



