Die Region und das eigene Image stärken: Auf der Crowdfunding-Plattform der Stadtwerke Menden können Projektstarter ihr Vorhaben bewerben und im besten Fall durch genügend Spenden realisieren. Die Stadtwerke wiederum werden nicht nur als Energieversorger, sondern als umfassender Dienstleister vor Ort wahrgenommen. Die Stadtwerke Menden waren das erste Unternehmen, das auf Basis des VKU-Rahmenvertrags die White-Label-Lösung von der Firma fairplaid umgesetzt hat. Ein Jahr später blickt Xenia Kehnen, Verantwortliche für die "mendenCrowd" auf 40 000 Euro Spenden für 10 realisierte Projekte und 500 Unterstützer zurück.
Pünktlich zum ersten Geburtstag wagt die "mendenCrowd" ihr bisher größtes Vorhaben. Ein örtlicher Kindergarten startete den Versuch einen Kletterturm über die Plattform zu finanzieren – wahrscheinlich mit Erfolg. Bisher unterstützen 85 Mendener das Projekt und haben schon jetzt 8898 Euro beigesteuert, sechs Tage läuft der Spendenmarathon noch. Nur wenn bis dahin die Gesamtsumme von 9900 Euro zusammen kommt, wird der Kletterturm tatsächlich gebaut.
100 Prozent Transparenz über die Spendeninvestitionen der Stadtwerke
Für Xenia Kehnen besteht in diesem vorher festgelegten Spendenziel- und der dazugehörigen Frist ein großer Vorteil gegenüber „klassischen“ Sponsoring-Verträgen: Durch die Plattform können alle Zuwendungen der Stadtwerke und der "mendenCrowd" öffentlich abgebildet werden. Unterstützer bestimmten ganz genau, für welches Vorhaben ihr Geld verwendet wird. Darüber hinaus werden auch nur Vorhaben in die Tat umgesetzt, die tatsächlich von den Menschen vor Ort gewollt sind und genug gesponsert werden. Das Ziel der Stadtwerke: Die Verwendung eigener Fördergelder zu 100-Prozent sichtbar zu machen.
Der Versorger unterstützt jedes Projekt, das es auf die White-Label-Plattform schafft und erscheint genau wie alle anderen Spender auf der Homepage. In den kommenden Jahren plant Menden sein Förderbudget ausschließlich auf der Crowdfunding-Seite zu vergeben und immer mehr Abstand vom pauschalen Sponsoring zu nehmen. So können über die White-Label-Lösung nicht nur deutlich mehr Ideen realisiert werden, sondern auch die Stadtwerke werden als Allrounder der Region wahrgenommen, der mehr als nur die Gas- Wasser- und Wärmeversorgung bereitstellt.
Vernetzung von Privatpersonen, Gewerbe und Versorger
In Zeiten der Digitalisierung hat sich auch die Werbe- und Marketingstrategie verändert, warum Social-Media, Influencer-Relations und Networking-Konzepte nicht für sich nutzen?! In Menden wurde zum Crowd-Funding auch einen Vereinsstammtisch ins Leben gerufen und eine eigene Facebook-Gruppe erstellt. Auf diese Weise werden Vereine und Organisationen, Endkunden der Stadtwerke und die örtlichen Gewerbetreibenden miteinander vernetzt und alle Akteure profitieren davon. Vereine bringen ihre Projekte voran, die Stadtwerke werden über ihr Engagement außerhalb ihres Kerngeschäfts wahrgenommen und regionale Läden und Geschäfte können für sich als Sponsor von Spendenprämien werben, erklärt Kehnen.
Das kommunale Unternehmen hat durch die Online-Finanzierung nicht nur seine eigene Reichweite erhöht und sein Image durchweg positiv besetzt, sondern hat aus einer Crowd eine Community gemacht, die die eigene Region voranbringen will und sich dafür einsetzt. (ls)
