Ein Bild aus der Presse-Mediathek von Enpal mit Blick auf die Hauptstadt. Was das Unternehmen damit wohl ausdrücken möchte?

Ein Bild aus der Presse-Mediathek von Enpal mit Blick auf die Hauptstadt. Was das Unternehmen damit wohl ausdrücken möchte?

Bild: © Enpal

Enpal bestätigt gegenüber der ZFK die Schließung seines Standorts in der Hansestadt Hamburg und die Entlassung von rund 80 Mitarbeitenden. Damit hat der Energielösungsanbieter einen Standort weniger in Deutschland. Es ist die zweite Entlassungswelle in diesem Jahr.

"Wir haben am Dienstag die Mitarbeitenden an unserem Vertriebsstandort in Hamburg darüber informiert, dass wir den Standort schließen und uns auf die Kern-Vertriebsstandorte München, Essen und Berlin fokussieren, die wir mit dieser Entscheidung zugleich stärken", erklärt ein Sprecher. Enpal danke den Kolleginnen und Kollegen für ihre Arbeit und ihren Einsatz für das Unternehmen. "Wir tun unser Möglichstes, unsere Hamburger Kolleginnen und Kollegen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen und beim Übergang zu helfen."

Aus Unternehmenskreisen hieß es, es seien anschließend HR-Gespräche angeboten worden, neben Themen wie der Antragstellung im Arbeitsamt sei dort auch über eine mögliche Neuorientierung im Unternehmen gesprochen worden. Tatsächlich gab zumindest eine betroffene Person auf LinkedIn an, im Konzern eine neue Stelle gefunden zu haben.

Auch die Konkurrenz bekam die Mitteilung. 1Komma5Grad CEO Philipp Schröder, dessen Unternehmen seinen Hauptsitz in Hamburg hat, machte den Enpal-Mitarbeitenden auf LinkedIn ein Angebot. "Egal wie unterschiedlich unsere Strategie, Geschäftsmodell und unsere Kultur auch sind, das Ziel ist das Gleiche!", schrieb er. 1Komma5Grad werde am Standort Hamburg versuchen, Mitarbeitenden von Enpal, die dieses Ziel teilen, ein Angebot zu machen, "um so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten". Der Geschäftsführer von Viessmann Climate Solutions, Conrad Wiederler, kommentierte ebenfalls unter einem Artikel zu den Entlassungen, dass er sich über Bewerbungen freue.

Strategie mit Folgen

Im Juni kündigte Enpal seine neue Strategie an. Damals hieß es, Enpal schärfe seine Wachstumsstrategie, um der führende One-Stop-Shop für Energieunabhängigkeit in Europa zu werden. Die neu geschaffene Position des Chief Commercial Officer wurde mit dem bisherigen Leiter des Partner-Vertriebs, Lukas Pauly, besetzt. Er verstärkt das Team um Chief Sales Officer Stephan Rink. Unter ihrer Führung sollen Enpals Marketing und Vertriebsabteilungen noch enger zusammenarbeiten, "um die bestmögliche Kundenerfahrung zu schaffen".

Die ambitionierte Wachstumsstrategie geht allerdings mit Wachstumsschmerzen einher. Bereits im März entließ Enpal ohne lange Vorankündigung eine ganze Abteilung: In Berlin waren rund 100 Mitarbeitende des Kundenservice betroffen. Hier war die Umstellung auf ein neues System der Kundenbetreuung der Grund: Statt bei einem Callcenter sollen Kunden nun einen persönlichen Begleiter haben, der sie von Anfang bis Ende betreut.

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