Das Schneverdinger Familien- und Sportbad „Heidjers Wohl“ hat am Montag, den 1. März, seine Tore wieder geöffnet. Zunächst können Inhaber einer aktuellen Jahreskarte das Schwimmer- und Bewegungsbecken allein oder mit Bewohnern desselben Haushalts für jeweils eine Stunde buchen. Diese Möglichkeit ergibt sich aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover. Dieses entschied zugunsten eines niedersächsischen Fitnessstudios, das trotz der allgemeinen Corona-Schließung stundenweise an einzelne Kunden „untervermieten“ darf (Az.: 15 B 343/21).
Diese Regelung haben die Stadtwerke auf das Heidjers Wohl übertragen und dafür die Genehmigung vom Gesundheitsamt des Heidekreises erhalten. Voraussetzung war, dass nur eine Person oder ein Haushalt die Schwimmbecken zu Sportzwecken nutzt und Mitarbeiter die Umkleiden sowie Duschen nach jedem Besuch desinfizieren.
Mitarbeiter kommen aus der Kurzarbeit
„Wir freuen uns, dass wir so wenigstens einem kleinen Kreis unserer Badegäste Sport im Wasser bieten können“, sagt Lars Weber, Geschäftsführer der Heidjers Stadtwerke, und fügt an: „Gleichzeitig können wir unsere Mitarbeiter des Heidjers Wohl langsam wieder aus der Kurzarbeit holen; für sie ist es auch sehr wichtig, wieder ein Gefühl von alter Normalität und Zugehörigkeit zu bekommen.“
Für den ersten Öffnungsschritt haben sich die Heidjers Stadtwerke für ihre „treuesten Kunden“ entschieden: „Unsere Jahreskartenbesitzer sind eine bunt gemischte Gruppe jeden Alters und Berufs, denen Schwimmen sehr wichtig ist und die eben regelmäßig im Heidjers Wohl sind“, sagt Weber. „Wir mussten eine Priorisierung vornehmen, um die Option der Öffnung überhaupt ziehen zu können.“
Betriebskosten entstehen auch ohne Besucher
Weber begrüßt die Möglichkeiten durch das Urteil auch deshalb, weil die Öffnung zwar für die Besucher ein gewisser Luxus ist, nicht aber für das Bad. „Die Betriebskosten sind da, ob wir Gäste haben oder nicht“, erklärt der Geschäftsführer. Das Wasser verbleibe aus technischen Gründen im Becken und die Pumpen müssten kontinuierlich gespült werden. Ein Biogas-Kraftwerk, das Strom ins Netz speist, beheizt mit seiner Abwärme die Räumlichkeiten und das Wasser. (hp)



