Die Chipkrise belastet die Autoindustrie, weil bei knappem Angebot die Nachfrage vor allem durch Elektromobilität massiv steigen wird.

Die Chipkrise belastet die Autoindustrie, weil bei knappem Angebot die Nachfrage vor allem durch Elektromobilität massiv steigen wird.

Bild: © Edelweiss / Adobe Stock

Die Elektro- und Digitalindustrie in Deutschland erwartet nach Problemen durch Chipmangel, unterbrochene Lieferketten und Nachfrageschwankungen in der Corona-Zeit wieder etwas bessere Geschäfte.

Unter Einschluss der Preisentwicklung sei in diesem Jahr eine Zunahme der Produktion um ein bis zwei Prozent realistisch, sagte der Präsident des Fachverbands ZVEI, Gunther Kegel, am Montag zum Beginn der Hannover Messe. Bisher war die Branche von einer Stagnation ausgegangen.

Im Januar und Februar habe sich schon ein Produktionsplus von sechs Prozent ergeben, berichtete Kegel. Auch der Stand der Bestellungen liege auf sehr hohem Niveau. Allerdings man müsse noch vorsichtig sein.

Der Branche komme der Trend der Elektrifizierung und Digitalisierung von immer mehr Industrie- und Lebensbereichen entgegen. Gleiches gelte für klimaschonende Technologien und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Ein Schwerpunkt müsse noch stärker auf der Einsparung und effizienteren Nutzung vorhandener Energie liegen. Viele Fabriken ließen sich etwa von Wechselstrom- auf Gleichstrom-Technik umstellen, was Energieverluste senken und den Kupferbedarf verringern könne.

"Für uns ist klar, dass die Energiewende auch eine Effizienzwende sein muss", sagte Kegel der Deutschen Presse-Agentur. "Das gilt selbstverständlich für die Industrieproduktion, aber besonders für die klimarelevanten Sektoren Mobilität und Gebäude."

Gemeinsamer Datenaustausch

Das Thema "Manufacturing-X" soll sich ebenfalls quer durchs Programm der Messe ziehen. "Dabei geht es um den Aufbau von Datenräumen in Europa, die von allen Unternehmen - Großindustrie bis Mittelstand - gleichberechtigt genutzt werden können", sagte Kegel.

"Bessere Rahmenbedingungen statt mehr Bürokratie"

An die Politik richtete der ZVEI - ähnlich wie der Maschinenbau und der Industrieverband BDI - den Appell, die Geschwindigkeit von Genehmigungsverfahren zu erhöhen und die Verwaltung zu verschlanken. "Die Alltagsbürokratie wird Unternehmen wie Blei um den Hals gehängt", kritisierte Kegel die aus seiner Sicht zu detaillierten Dokumentationspflichten. "Statt immer neue bürokratische Ungetüme großzuziehen, sollte sich die Bundesregierung auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren und für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sorgen."

Derzeit arbeiten etwas mehr als 900.000 Menschen in der Branche. Der anhaltende Beschäftigungsaufbau sei erfreulich. Aber auch die Elektro- und Digitalindustrie brauche genügend Fachkräfte. (dpa/pfa)

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