Mitarbeiter der Netze BW beobachten die Hubschrauberwartung eines Verteilnetzes: Die EnBW-Tochter will mit einem Beteiligungsmodell die Beziehungen zu den Kommunen stärken und ausbauen.

Mitarbeiter der Netze BW beobachten die Hubschrauberwartung eines Verteilnetzes: Die EnBW-Tochter will mit einem Beteiligungsmodell die Beziehungen zu den Kommunen stärken und ausbauen.

Bild:© Netze BW

Mit einem neuartigen Beteiligungsmodell will EnBW Baden-Württemberg die Kooperation mit den Kommunen weiter stärken und ausbauen. Unter dem Stichwort "EnBW vernetzt", eröffnet das Unternehmen, Städten und Gemeinden erstmals die Möglichkeit, sich an der Verteilnetztochter Netze BW zu beteiligen. Zum Kreis der Berechtigten zählen 550 Kommunen, diese können Miteigentümer des lokalen Strom- und Gasnetzes werdem. Diese können in zwei Runden zum 1. Juli 2020 oder 1. Juli 2021 nach einem festgelegten Schlüssel Anteile an einer kommunalen Beteiligungsgesellschaft erwerben. Voraussetzung ist, dass die Netze BW zum Stichtag 1. Juli 2019 Netzbetreiberin des örtlichen Strom- und Gasnetzes war.

"Wir öffnen eines der Herzstücke des Konzerns für eine Beteiligung von Kommunen – damit streben wir eine neue Qualität der Partnerschaft an", unterstrich EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux zum Start von "EnBW vernetzt". In den vergangenen Jahren habe sich der Energiekonzern nicht nur konsequent der Energiewende verschrieben, sondern sich genauso konsequent um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden im Land bemüht. "Nur gemeinsam können wir unseren Lebens- und Wirtschaftsraum mit moderner Infrastruktur zukunftsfähig und lebenswert gestalten", so Mastiaux.

"Am meisten Berührungspunkte im Verteilnetz"

"Die Energiewende findet letztlich in den Verteilnetzen statt", betonte Christoph Müller, Geschäftsführer der EnBW-Tochter: Schon heute seien rund 162.000 Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an das Netz von NetzeBW angeschlossen. "Und auch darüber hinaus ergeben sich in den Verteilnetzen die meisten Berührungspunkte mit den Kommunen und die meisten Herausforderungen, die wir am besten gemeinsam angehen", erklärte Müller.

Rendite von 3,6 Prozent

Die jeweiligen Kommunen können die Anteile an einer kommunalen Beteiligungsgesellschaft nach einem festglegten Schlüssel kaufen. Der Höchstbetrag hängt von der abgesetzten Energiemenge sowie von der Einwohnerzahl ab. In Summe können maximal 24,9 Prozent an der Netze BW von der Beteiligungsgesellschaft gehalten werden. Diese erhält eine jährliche, bis Ende 2024 festgeschriebene Ausgleichszahlung in Höhe von 3,6 Prozent bezogen auf den Ankaufspreis der erworbenen Anteile – eine stabile Rendite in reguliertem Umfeld. "Das Modell bietet den Städten und Gemeinden ein Maximum an Flexibilität", hob Steffen Ringwald, Leiter Kommunale Beziehungen, hervor: "Jede Kommune kann alle fünf Jahre die Entscheidung treffen, ihre Beteiligung fortzusetzen, aufzustocken oder zu beenden."

Umfangreiche Mitspracherechte

Vorgesehen ist, dass ein kommunaler Vertreter einer der Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft wird; außerdem schlägt die kommunale Gesellschaft zwei Mitglieder des Aufsichtsrats der Netze BW vor. Zusätzlich wird ein Gremium aus allen kommunalen Anteilseignern über Angelegenheiten von überregionaler Bedeutung diskutieren und die Netze BW beraten. So sollen sich zum Beispiel regional unterschiedliche Bedürfnisse, aber auch Gemeinsamkeiten und übergreifende Trends leichter identifizieren, aufgreifen und koordinieren lassen. (hoe)

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