Zum 1. Juli 2025 können sich berechtige Kommunen in Baden-Württemberg erneut an der Netze BW beteiligen. Im Rahmen des Beteiligungsmodells "EnBW vernetzt" bekommen die Kommunen "eine einfache und rechtlich geprüfte Möglichkeit, die Zukunft der Strom- und Gasnetze mitzugestalten und am stabilen wirtschaftlichen Erfolg der Netze BW teilzuhaben", wirbt EnBW.
In der ersten Runde von "EnBW vernetzt" in den Jahren 2020-2021 haben sich 214 Kommunen mittelbar an der Netzgesellschaft beteiligt und halten aktuell 14 Prozent der Anteil des Unternehmens.
Angebot an über 400 Kommunen
In der zweiten Runde können nun weitere 400 Städte und Gemeinden das Angebot prüfen, teilte EnBW mit. "Ich lade alle berechtigten Städte und Gemeinden herzlich zur Teilnahme und zur aktiven Mitarbeit an der weiteren Gestaltung einer modernen und nachhaltigen Energieinfrastruktur vor Ort und in Baden-Württemberg ein", sagte Dirk Güsewell, EnBW-Vorstand für systemkritische Infrastruktur.
Voraussetzung für eine Beteiligung ist, dass die Netze BW in einer Kommune zum 1. April 2024 Eigentümerin und Netzbetreiberin des örtlichen Strom- oder Gasnetzes ist. Die Kommunen können dann zum 1. Juli 2025 nach einem festgelegten Schlüssel Anteile an einer Beteiligungsgesellschaft erwerben. Der Höchstbetrag hängt von der abgesetzten Energiemenge sowie von der Einwohnerzahl ab.
In Summe können maximal 24,9 Prozent an der Netze BW von der Beteiligungsgesellschaft gehalten werden. Diese erhält eine jährliche, bis Ende 2029 festgeschriebene Ausgleichszahlung bezogen auf den Gegenwert der Anteile. Jede Kommune kann auch weiterhin alle fünf Jahre die Entscheidung treffen, ihre Beteiligung fortzusetzen, aufzustocken, zu verringern oder zu beenden.
Verbesserte Konditionen
In der ersten Beteiligungsrunde lag die jährliche Rendite, die EnBW versprach, noch bei 3,6 Prozent. In der zweiten Runde werde sie "spürbar höher liegen", sagte ein Unternehmenssprecher auf ZfK-Anfrage, ohne eine genaue Angabe zu machen. Die zweite Runde sei nicht nur für neue Kommunen geöffnet, auch Städte und Gemeinden, die sich bereits in der ersten Runde an Netze BW beteiligt haben, können ihre Anteile reduzieren oder aufstocken. Einen konkreten Betrag, den EnBW durch den Verkauf der Anteile erzielen will, wollte der Sprecher ebenfalls nicht nennen. Allerdings sei in diesem Modell die Bedeutung der Partnerschaft mit den Kommunen mit dem finanziellen Aspekt "mindestens gleichwertig". "
Wir wissen, dass die finanzielle Situation in vielen Kommunen heute angespannter als vor vier Jahren ist. Gerade deshalb ist ein starkes Netzwerk zwischen Kommunen und EnBW heute wichtiger denn je, um die Energiewende Schritt für Schritt voranzubringen“, so Steffen Ringwald, Geschäftsführer der Netze BW. (am)



