EnBW setzt bei der Offshore-Windkraft auf internationale Wachstumsmärkte.

EnBW setzt bei der Offshore-Windkraft auf internationale Wachstumsmärkte.

Bild: © EnBW

Es geht um den Ausbau der Offshore- und Onshore-Windkraft sowie neue Fotovoltaikvorhaben – all diese künftigen Projekte finanziert der Energiekonzern EnBW mit der erfolgreichen Platzierung seiner ersten beiden grünen Hybridanleihen am Kapitalmarkt. Das Gesamtvolumen liegt bei einer Mrd. Euro (beide Obligationen haben einen Umfang von je 500 Mio. Euro), die Laufzeit liegt bei 60 respektive 60,25 Jahren. Der anfängliche Kupon beträgt 1,125 beziehungsweise 1,625 Prozent. "Die Grünen Anleihen waren bereits in kürzester Zeit mehrfach überzeichnet. Das zeigt das wirtschaftliche Vertrauen in uns und die Anerkennung unserer Strategie durch den Kapitalmarkt", freute sich EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer.

Mit der Ausgabe der Hybridanleihen stärkt der Energieversorger zudem seine Bonität, diese können je zur Hälfte als Eigenkapital angerechnet werden. "Unserer Strategie folgend investieren wir immer stärker in klimafreundliche Wachstumsprojekte", so Kusterer. Deshalb sei es ein logischer Schritt, jetzt eine zweite grüne Emission durchzuführen. Bereits Ende Oktober vergangenen Jahres hatte EnBW den ersten Green Bond mit einem Volumen von 500 Mio. Euro herausgegeben. Die neue Anlagestrategie der EnBW ist auch eine Reaktion auf ein verändertes Anlageverhalten institutioneller Investoren, diese präferieren mittlerweile nachhaltige Finanzierungen. Diese Erfahrungen haben in jüngster Zeit auch Enercity und die Stadtwerke München mit grünen Finanzierungsinstrumenten gemacht.

Premiere am deutschen Anleihenmarkt

Bereits im Frühjahr diesen Jahres hatte Kusterer in einem Gespräch mit der Börsenzeitung erklärt, "dass die Emission von grünen Finanzprodukten mit hoher Wahrscheinlichkeit unser Weg" in der künftigen Fremdkapitalfinanzierung sein werde. EnBW ist laut eigenen Angaben der erste deutsche Emittent einer grünen Hybridanleihe sowie das erste Unternehmen, das Anleihen unter der neuen europäischen Prospektverordnung vom 21. Juli diesen Jahres begibt. Der Schritt ist laut dem Unternehnmen integraler Bestandteil einer nachhaltigen Finanzstrategie.

Das Unternehmen ist dazu in Expertengruppen wie der TCFD – einer Initiative des Financial Stability Board, im Experten-Beirat der EU-Kommission (TEG) und im Sustainable Finance Beirat der Bundesregierung vertreten. Die Ergebnisse aus diesen Arbeitsgruppen flössen schrittweise auch im eigenen Unternehmen ein, heißt es So wurde etwa der aktuelle Arbeitsstand der "EU Green Bond Standards“ bei der Emission der Grünen Hybridanleihen der EnBW bereits berücksichtigt. Die auf das Thema Nachhaltigkeit spezialisierte international anerkannte Ratingagentur ISS-oekom hat den EnBW-Anleihen die Einhaltung der Green Bond Principles bestätigt. 

Vorzeitige Rückzahlungsoption

Das Bankenkonsortium bestand aus BNP Paribas und Deutsche Bank als Joint Global Coordinators und Joint Structuring Advisors sowie Barclays, BayernLB, Citi, HSBC und Morgan Stanley als Joint Lead Managers. Die EnBW hat das Recht, die Anleihe mit einem anfänglichen Kupon von 1,125 Prozent erstmalig am 5. August 2024 und danach zu jedem Zinszahlungszeitpunkt vorzeitig zurückzuzahlen. Das Papier mit einem anfänglichen Kupon von 1,625 Prozent kann erstmalig am 5. Mai 2027 zurückgezahlt werden. Die Anleihen sind nachrangig gegenüber allen anderen Finanzverbindlichkeiten und gleichrangig zu den ausstehenden Hybridanleihen der EnBW. (hoe)

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