Kommunale Unternehmen sind in einer sehr guten Ausgangsposition und haben eine große Chance, um einen wirkungsvollen Beitrag für die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung zu leisten. Davon zeigte sich die neue Enercity-Chefin und Gastgeberin des VKU-Stadtwerkekongresses 2024, Aurelie Alemany, bei ihrem Impulsvortrag im Kongresszentrum in Hannover überzeugt.
"Wir kennen unsere Kundinnen und Kunden. Sie vertrauen in unsere Zuverlässigkeit als Energieversorger. Entscheidend für die Akzeptanz der Energiewende ist, wie darüber sprechen und diese vermitteln", stellte Alemany klar. Die jüngsten Wahlergebnisse in Thüringen und Sachsen zeigten, wie wichtig das Thema Akzeptanz für ein Gelingen der Transformation der Energieversorgung ist.
Enercity baut 14 neue Anlagen bis 2030
Enercity habe in Sachen Wärme- und Energiewende sehr frühzeitig die Hausaufgaben gemacht. Bereits 2017 wurde in Hannover der Kohleausstieg beschlossen, die kommunale Wärmeplanung wurde bereits im Dezember vergangenen Jahres fertiggestellt, sagte die Enercity-Chefin. Die beiden tragenden Säulen seien dabei der Fernwärme-Ausbau und die Nutzung von Wärmepumpen.
Bis 2030 nimmt der Regionalversorger 14 neue Anlagen in Betrieb, um die Dekarbonisierung umzusetzen. Hierbei setzt man auf eine Vielzahl an strategischen Partnerschaftenund Kooperationen. Gleichzeitig wird in Hannover eines der dichtesten Ladeinfrastrukturnetze in Deutschland aufgebaut, zudem treibt der Versorger den Erneuerbarenausbau bundesweit voran.
Finanzierbarkeit und Bezahlbarkeit als große Herausforderungen
"Wir haben in Hannover sehr frühzeitig mit der Wärmewende begonnen. Das hat uns sehr geholfen, um rechtzeitig in den Dialog mit den Kunden und der Bevölkerung zu kommen und letztlich auch die Kommunale Wärmeplanung in Hannover so schnell durchzubekommen", betonte die neue Enercity-Chefin.
Als weitere zentrale Herausforderung bei der Umsetzung der Transformation nannte sie die Finanzierung und die Bezahlbarkeit der Energiewende. Einen wichtigen Beitrag könne hier auch eine bessere Verzahnung von Technologien und Expertisen und auch der personellen Ressourcen leisten. Um die Kosten zu begrenzen, sei es auch wichtig, die Flexibilitäten im System möglichst optimal zu nutzen.
Blick über den eigenen Tellerrand wagen
Auch lohne ein Blick über den Tellerrand der eigenen Landesgrenzen hinaus, etwa nach Kalifornien, das gerade einen riesigen Solarausbau vorantreibe oder auch nach Dänemark oder Belgien. "Hier können wir sehr viel lernen und manches an unsere Rahmenbedingungen in Deutschland anpassen", versicherte sie.
Wichtig für das Gelingen der Energiewende sei vor allem das Mindest. "Wir müssen mutige und rechtzeitige Entscheidungen treffen, egal mit welchen Unsicherheiten wir uns aktuell konfrontiert sehen", so ihr Appell. Die Energiewirtschaft befinde sich in einer entscheidenden Phase. "Die Jahre 2035 und 2040 sind schon sehr nah. Verschieben ist keine Antwort, lassen Sie uns jetzt loslegen." (hoe)
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