Stellen das Ergebnis der Enercity-Halbjahresbilanz vor: Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany und Marc Hansmann.

Stellen das Ergebnis der Enercity-Halbjahresbilanz vor: Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany und Marc Hansmann.

Bild: © Tim Schaarschmidt/Enercity

In der Debatte um den Kapazitätsmarkt drückt sich das Energieuntenehmen Enercity diplomatisch aus. "Wir sind Teil der Debatte und setzen uns für eine unkomplizierte und kostengünstige Lösung ein", erklärte die Vorsitzende des Enercity-Vorstands, Aurélie Alemany, bei einer Pressekonferenz. Am Ende bräuchte das Kapazitätsmarktmodell aber beide Komponenten: dezentrale und zentrale. Eine solche Kombi-Lösung wünscht sich nach jetzigem Stand auch der Stadtwerkeverband VKU sowie das Bundeswirtschaftsministerium.

Der Energieversorger aus Hannover stellte am Freitag seine Halbjahreszahlen vor. "Das Sonderjahr 2023 ist nicht erreichbar", berichtete Alemany. Im vergangenen Jahr hatte Enercity im zweiten Halbjahr reichlich Gewinn gemacht. Das lag an den guten Erlösen aus den Assets an Windparks und Kraftwerken. Der Energiemarkt hat sich nun aber beruhigt: "Das aktuelle Ergebnis entspricht dem, was wir uns vorgenommen haben. Wir erwarten, dass wir unseren Plan für 2024 erreichen werden."

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte um 28 Prozent auf 196,6 Millionen Euro (Q2/2023: 153,6 Millionen Euro) zu. Diese Entwicklung war unter anderem auf nachlaufende Sondereffekte infolge ungewöhnlicher Preisniveaus in der Vergangenheit zurückzuführen.

Der Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent auf nunmehr knapp 55 Prozent, der Anteil Erneuerbarer an der Wärmeerzeugung um 3,1 Prozent auf 24,2 Prozent. Um die Entwicklung fortzusetzen, plant Enercity bis Jahresende insgesamt rund 700 Millionen Euro in Projekte der Energiewende zu investieren.

Im Rahmen der Transformation des Erzeugungsportfolios setzt Enercity verstärkt auf den Bau eigener Batteriespeicherlösungen. Dazu wird zum Beispiel in Heynitz im sächsischen Landkreis Meißen der erste unternehmenseigene Großspeicher für elektrische Energie entstehen. Konzepte wie dieses solllen den Ausbau erneuerbarer Energien künftig sinnvoll ergänzen.

Wärmewende in Hannover geht weiter

Der Bau weiterer klimafreundlicher Wärmeanlagen für den Kohleausstieg in der niedersächsischen Landeshauptstadt gehe wie geplant weiter. "Zum Jahresende wird das derzeit entstehende Biomasse-Heizkraftwerk mit 90 Megawatt Leistung ans Netz gehen. Mit den laufenden Inbetriebnahmen steht der Abschaltung von Block 1 des Kohlekraftwerks nach der Heizperiode 2025 nichts mehr im Wege”, sagte Marc Hansmann, Vorstand für Finanzen und Infrastruktur bei Enercity.

"Parallel gehen die Planungen für weitere klimaneutrale Wärmeanlagen zur Abschaltung des zweiten Blocks mit Nachdruck weiter." Zum Portfolio dieser Anlagen gehörten etwa zwei Großwärmepumpen in Herrenhausen. Enercity investiert für diese beiden Anlagen rund 126 Millionen Euro. (pfa)

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