Besonders hob Zapreva die positive Entwicklung bei den Kundenzahlen und deutlich gestiegene Anteile bei der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen hervor. Als Beleg für die richtige Strategie der Enercity AG verwies die Managerin auf die Entwicklung bei den Kunden: Die Trendwende sei geschafft; statt wie in der Vergangenheit massive Kundenverluste zu haben, hätte das Unternehmen 2018 Kunden im fünfstelligen Bereich dazugewonnen.
Auch im Konzessionsgebiet für Strom und Gas seien die Abwanderungen gestoppt worden. Als Gründe für die positive Entwicklung nannte sie, dass Enercity die Preise konstant gehalten habe, die neuen Produktwelten bei den Kunden gut ankämen und das Anpassen der Produkte an die Kundenbedürfnisse und das Marktumfeld ein erfolgreicher Weg sei.
Positiv wirkte sich das Kundenwachstum auf die Abgabemengen aus. Der Stromabsatz blieb mit 11.543 GWh konstant. Bei Gas konnte Enercity ein Plus von 43 Prozent gegenüber 2017 erzielen und vermeldet einen Absatz von 46.838 GWh für 2018. Hier habe der kalte März 2018 den Handelsumsatz deutlich wachsen lassen. Der warme Sommer sorgte bei der Wasserabgabe für einen Anstieg von 6,5 Prozent auf 44,4 Mio. cbm. Lediglich der Fernwärmeabsatz sei witterungsbedingt um 1,5 Prozent auf 1232 GWh zurückgegangen.
Keine Sonderbelastungen angefallen
Da 2018 keine Sonderbelastungen wie hohe Abschreibungen durch das verkaufte Kohlekraftwerk Mehrum oder den Gasspeicher angefallen sind, sorgten die Erfolge am Markt auch für positive Finanzkennzahlen. Das Umsatzplus von 16 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro führte zu einem kräftigen Gewinnanstieg um 45 Prozent auf 112,8 Mio. Euro. Zugleich investierte Enercity mit 197,7 Mio. Euro (plus 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr) so viel wie noch nie in der Unternehmensgeschichte. Wesentliche Investitionsprojekte waren 2018 der Kauf des Windparkentwicklers Ventotec und die Komplettübernahme der Contracting-Tochter Danpower.
Beim Umbau der Erzeugung von fossilen Energieträgern zu erneuerbarer Energie sieht Zapreva das Unternehmen auf einem guten Weg. So sei die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen um fast 27 Prozent auf 1181 GWh gestiegen. Bei der Wärmeerzeugung habe das Plus ebenfalls 27 Prozent betragen und 1152 GWh entstammten aus regenerativer Energie. Der Anteil der Erzeugung aus erneuerbaren Quellen ist massiv gestiegen und betrug 2018 bei Strom 36,8 Prozent (Vorjahr 18,4 Prozent) und bei Wärme 34 Prozent (Vorjahr 28,3 Prozent). Beim Strom wirkte sich jedoch auch der Wegfall der Kohlestrom-Produktion durch das Kraftwerk Mehrum aus, das Enercity verkauft hat. Die Stromerzeugung insgesamt ging von 4947 GWh auf 3212 GWh (minus 35,1 Prozent) zurück.
2019 soll Ergebnis "mindestens gehalten werden"
Besonderen Handlungsbedarf sieht Enercity beim Kohlekraftwerk Stöcken. "Wir brauchen hier viel früher eine Lösung, als dies die Beschlüsse der Kohlekommission beschreiben", hob Zapreva hervor. Denn Kunden wie VW-Nutzfahrzeuge stellten auf eine CO2-freie Produktion um und würden von ihren Energielieferanten regenerative Strom- und Wärmelieferung erwarten. Möglichst wolle man an dem Standort direkt von der Kohle auf erneuerbare Energie umsteigen und keinen Zwischenschritt über Erdgas machen, hieß es im Unternehmen. (vo)

