Enercity-CEO Aurélie Alemany und Oberbürgermeister Belit Onay befüllten anlässlich der Grundsteinlegung zur neuen Anlage eine Zeitkapsel in Form eines Miniatur-Elektroheizers, der von der Ausbildungswerkstatt des Anlagenbauers angefertigt wurde.

Enercity-CEO Aurélie Alemany und Oberbürgermeister Belit Onay befüllten anlässlich der Grundsteinlegung zur neuen Anlage eine Zeitkapsel in Form eines Miniatur-Elektroheizers, der von der Ausbildungswerkstatt des Anlagenbauers angefertigt wurde.

Bild: @ Philipp Sonnack/Enercity

Der Energieversorger Enercity errichtet in Hannover eine Power-to-Heat-Anlage mit einer elektrischen Spitzenleistung von 100 Megawatt. Dafür investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben 15 Millionen Euro. Die Anlage soll nach ihrer Fertigstellung überschüssigen Strom von rund 30 Windenergieanlagen flexibel aufnehmen. Es handelt sich um die größte Anlage dieser Art in Niedersachsen.

Power-to-Heat ist laut Enercity Teil eines umfassenden Umbaus der hannoverschen Wärmeversorgung. Mit Fernwärmespeichern, dem Ausbau des Netzes und weiteren fossilfreien Erzeugungstechnologien entwickelt das Unternehmen ein "zunehmend klimaneutrales Gesamtsystem, das die Unabhängigkeit und Resilienz der Energieversorgung der Landeshauptstadt stärkt", hieß es aus Hannover.

Die neue Anlage soll zudem den vorzeitigen Ausstieg aus der Kohleverstromung in Hannover ermöglichen. So soll 2028 der zweite Block des Kohlekraftwerks in die Reserve gehen. Block 1 wurde in diesem Jahr bereits abgeschaltet.

Fertigstellung für die Heizsaison 2027/28

Mit der Umsetzung hat Enercity die Energie-Anlagenbau Greifswald GmbH als Generalunternehmen beauftragt. Das Unternehmen hat bereits die beiden bestehenden Power-to-Heat-Anlagen von Enercity errichtet. Für den Gebäudebau ist die Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH verantwortlich. Die Inbetriebnahme ist für die Heizsaison 2027/28 geplant.

"Mit dieser Investition zeigt Hannover, wie die Wärmewende in einer Großstadt praktisch umgesetzt werden kann", sagte Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover. Die Anlage mache erneuerbare Energien noch besser nutzbar und stärke Hannover als innovativen Standort für die Energie- und Wärmewende.

50.000 Wasserkocher

Für Enercity-Vorstandschefin Aurélie Alemany ist das neue Projekt ein bedeutender Schritt in Richtung des geplanten vorzeitigen Kohleausstiegs 2028 und ein Beitrag zu einem kosteneffizienten und stabilen Energiesystem in Deutschland. "Wir verbinden Strom- und Wärmewende und stärken damit ein weiteres Mal die klimaneutrale Wärmeversorgung in Hannover."

Laut Enercity entsprechen die beiden elektrischen Wärmeerzeuger der Anlage im Stadtteil Groß-Buchholz gemessen am alltäglichen privaten Elektrowärmeeinsatz rechnerisch rund 50.000 gleichzeitig eingeschalteten haushaltsüblichen Wasserkochern. Gemeinsam mit den bereits installierten Kapazitäten wächst das Power-to-Heat-Portfolio von Enercity auf insgesamt rund 175 Megawatt.

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