Die Mainzer Netze stellen ein geplantes Wasserstoffprojekt "vorerst" ein. Das teilten die Mainzer Stadtwerke als Muttergesellschaft mit. Das "H2-Initialnetz Mainz" hatte 2025 von dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium eine Förderzusage über rund neun Millionen Euro erhalten.
Vorgesehen war eine rund 2,7 Kilometer lange Wasserstoffleitung entlang der Rheinallee, zwischen dem Industrieareal an der Oberen Austraße und dem Wirtschaftsbetrieb Mainz in Mainz-Mombach. Sie sollte eine geplante Elektrolyseanlage, eine Wasserstofftankstelle sowie industrielle und gewerbliche Abnehmer verbinden.
Fehlende Nachfrage
Ein wirtschaftlich vertretbarer Bau und Betrieb setze eine hinreichend sichere und verbindliche Abnahme des Wasserstoffs voraus, so die Stadtwerke weiter. Die dafür nötigen Anschluss- und Mengenzusagen ließen sich jedoch nicht in dem Umfang bestätigen, den eine Fortführung benötigt.
Eine ausreichende Grundlage für Bau und Betrieb sei daher derzeit und bis auf Weiteres nicht gegeben. Das "Initialnetz wird vorerst nicht weiterverfolgt", heißt es.
Andere Projekte nicht betroffen
Wie das Unternehmen betont, betreffe die Entscheidung ausschließlich dieses Projekt. Die Mainzer Netze verfolge die Entwicklungen im Wasserstoffmarkt weiter und wolle den Wirtschaftsstandort Mainz sowie die ansässigen Unternehmen unterstützen.
Als ein Beispiel dafür nennen die Stadtwerke den Energiepark Mainz: Die Mainzer Stadtwerke betreiben ihn seit 2015 gemeinsam mit Linde, um aus Ökostrom grünen Wasserstoff zu erzeugen. Derzeit wird der Park modernisiert. 2025 vereinbarten beide Partner, auch in den kommenden 14 Jahren per Elektrolyse Wasserstoff zu produzieren.
Start mit Förderzusage im Juni 2025
Das Projekt wurde im Juni 2025 offiziell vorgestellt, als die damalige Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) den Förderbescheid übergab. Partner des Vorhabens war das Wiesbadener Unternehmen Hy2gen, das den Elektrolyseur errichten und betreiben sollte.