Von Andreas Baumer
Die Energiewirtschaft hat im vergangenen Jahr einen neuen Investitionsrekord aufgestellt. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten Jahresbericht des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor. Demnach investierten Energieversorger insgesamt mehr als 32 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es rund 26 Milliarden Euro gewesen.
Vor allem im Strom- und Wärmebereich sprangen die Investitionssummen im Vergleich zum Vorjahr nach oben – um jeweils fast ein Drittel. Die Investitionen im Gasbereich waren dagegen leicht rückläufig. Der BDEW legte für das vergangene Jahr Planungsstände der Unternehmen zu Grunde. Die Zahlen sind also vorläufig.
Viel Geld für Stromnetzausbau
Der größte Teil der Investitionen entfällt auf die Stromwirtschaft. Hier nennt der BDEW eine Gesamtinvestitionssumme von 26 Milliarden Euro. Das sind sieben Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Investitionen in erneuerbare Energien sind hier laut Verband nur teilweise enthalten. Insbesondere in die Netze wurde deutlich mehr investiert. Im vergangenen Jahr waren es 19 Milliarden Euro (2023: 14 Milliarden Euro).
Auch die Wärmewirtschaft nahm im vergangenen Jahr kräftig Geld in die Hand. Glatt drei Milliarden Euro waren es nach BDEW-Angaben. Zum Vergleich: Im Vorjahr lagen die Investitionen in die Wärmeversorgung bei 2,3 Milliarden Euro. Von 2014 bis 2017 wurden jährlich weniger als eineinhalb Milliarden Euro investiert.
Laut BDEW entfiel im vergangenen Jahr ein großer Teil der Investitionen auf die Instandhaltung und den weiteren Ausbau der Netze. Demnach legte das Fernwärme- und -kältenetz in Deutschland um drei Prozent zu und ist nun gut 36.500 Kilometer lang.
Investitionsrückgänge in fast allen Gasbereichen
Die Investitionen der Gasversorger gingen 2024 auf hohem Niveau etwas zurück. 3,5 Milliarden Euro wurden hier investiert. Im Vorjahr waren es 3,6 Milliarden Euro gewesen. Das mit Abstand meiste Geld wurde für den Ausbau und die Instandsetzung des Rohrnetzes ausgegeben.
Rückgänge bei den Investitionen gebe es hier zurzeit in fast allen Bereichen, schreibt der BDEW. "Allerdings gibt es am aktuellen Rand Investitionsbedarf für Gasrohrnetzverbindungen zu den neuen deutschen Flüssigerdgasterminals."



