Die Eon-Zentrale in Essen.

Die Eon-Zentrale in Essen.

Bild: © Eon

Von Artjom Maksimenko

Der Essener Energiekonzern Eon hat im aktuellen Geschäftsjahr einen guten Start hingelegt. Das bereinigte Konzern-Ebitda stieg um 18 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss um 22 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Getragen wurde dieses Wachstum durch operative Stärke in allen drei Kerngeschäftsfeldern: Netze, Vertrieb und Infrastrukturlösungen.

Seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr hat Eon bestätigt: das Unternehmen erwartet ein bereinigtes Konzern-Ebitda in der Spanne von 9,6 bis 9,8 Milliarden Euro sowie einen bereinigten Konzernüberschuss zwischen 2,85 und 3,05 Milliarden Euro.

Wachstum in allen Kernsegmenten

Im Netzgeschäft (Energy Networks) erreichte Eon ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) (Energienetze) in Höhe von 2,1 Milliarden Euro. Vor einem Jahr lag diese Kennzahl noch bei 1,8 Milliarden. Das Geschäftsfeld macht rund zwei Drittel des gesamten Ebitda des Konzerns aus. Als Haupttreiber benannte Eon zum einen höhere Durchleitungsmengen sowie Nachholeffekte bei Netzverlustkosten.

Deutliche Zuwächse gab es auch im Segment Vertrieb (Energy Retail). Das bereinigtes Ebitda im ersten Quartal 2025 in Höhe von über 930 Millionen Euro bedeutet ein Plus von etwa 70 Millionen Euro. Nach den rückläufigen Absatzmengen im Vorjahr wegen der milden Witterung hat sich der Vertrieb normalisiert, hieß es zur Begründung.

Bei den Infrastrukturlösungen stieg das bereinigte Ebitda auf über 200 Millionen Euro und übertraf damit das Ergebnis aus dem Q1/2024 um gut 25 Prozent. Hier profitierte Eon von der Inbetriebnahme neuer Projekte, der Normalisierung der Anlagenverfügbarkeit in Skandinavien sowie von dem voranschreitenden Ausbau der Smart-Meter-Struktur in Großbritannien.

Höhere Investitionen

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres investierte Eon 1,5 Milliarden Euro in die Transformation des europäischen Energiesystems. Das entspricht einem Plus von mehr als 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, hieß es weiter aus Essen.

Mit 1,2 Milliarden Euro floss der größte Teil der Investitionen in das Netzgeschäft, insbesondere in die Modernisierung und Digitalisierung der Infrastruktur sowie in neue Netzanschlüsse. Laut Eon ist deutschlandweit heute mehr als die Hälfte der gesamten Erneuerbarenleistung an das Eon-Netz angeschlossen. Damit habe das Unternehmen mehr Erneuerbarenleistung integriert als alle verbleibenden Netzbetreiber in Deutschland zusammen.

"Regulatorischer Rahmen muss stimmen"

"Wir sind Treiber der Energiewende in Europa. Mit dem Hochfahren unserer Investitionen im ersten Quartal bekräftigen wir unser Investitionsziel in Höhe von 8,6 Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2025. Voraussetzung für die Ausweitung unseres Investitionsprogramms bleibt, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen stimmen", sagte Nadia Jakobi, CFO von Eon. Hier sei vor allem die Bundesnetzagentur gefordert, deutliche Verbesserungen zu implementieren und ein verlässliches, wettbewerbsfähiges Investitionsumfeld für private Investitionen in die Energiewende zu schaffen, sagte sie weiter.

Eon ist in seiner Ertragskraft vor allem als Netzbetreiber an die von der Bundesnetzagentur vorgegebene Verzinsung gebunden. Wie diese ab 2029 für das Stromgeschäft aussehen soll, ist noch offen. In den kommenden Wochen sei mit dem offiziellen Konsultationspapier zu einem Teil der allgemeinen Rahmenbedingungen zu rechnen, wird Jakobi von dpa zitiert.

Konkretere Ideen seitens des Regulators zur Berechnung der Kapitalkosten und der Eigenkapitalverzinsungen erwartet sie dann in den darauffolgenden Monaten. Weitere Klarheit dürfte sich für Eon aber erst gegen Jahresende ergeben. Eon hält eine Eigenkapitalverzinsung nach Steuern von mindestens acht Prozent für angemessen. Dies würde einer "fairen wettbewerbsfähigen Rendite" entsprechen – auch im Vergleich zu anderen Investitionen in europäische Infrastruktur, sagte Jakobi.

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