Die Krise an den Energiemärkten hat das operative Geschäft der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) spürbar belastet. "Durch positive Sondereffekte haben wir das Geschäftsjahr dennoch leicht über Plan abschließen können", sagte Heike Heim, Vorsitzende der Geschäftsführung, DEW21. Das vorläufige operative Ergebnis (EBIT) lag bei 85 Mio. Euro, das Ergebnis nach Zinsen (EBT) belief sich auf 49,6 Mio. Euro, teilt der Versorger mit.
"Dass wir trotz enormer Herausforderungen im vergangenen Jahr das Geschäftsjahr erfolgreich abschließen können, verdanken wir einer leistungsstarken Mannschaft sowie unserer konsequenten strategischen Neuausrichtung", erklärte Heim. 2021 hat DEW21 zudem Investitionen in Höhe von 117,3 Mio. Euro vorgenommen.
DEW21-Geschäftszahlen für 2021
| 2021 * | Plan | |
| EBIT (in Mio. Euro) | 85,0 | 82,5 |
| Umsatzerlöse (in Mio. Euro) | 882,1 | 921,9 |
| Investitionen (in Mio. Euro) | 117,3 | 130,6 |
| Stromabsatz (in Mio. kWh) | 2.748 | 3.382 |
| Erdgasabsatz (in Mio. kWh) | 5.817 | 4.580 |
| Gesamtabsatz (in Mio. kWh) | 9.207 | 8.599 |
| Mitarbeiter*innen zum 31.12.2021 (FTE) | 978 | 1.009 |
* hierbei handelt es sich um die vorläufigen Zahlen. Der offizielle Jahresabschluss wird im Juni 2022 veröffentlicht.
Marktumfeld war "Neuland"
Die Auswirkungen der Coronapandemie hätten zu großen Belastungen sowie zu erheblichen Absatzrückgängen bei den Industriekund*innen geführt. In Dortmund und Herdecke ist DEW21 als Grund- und Ersatzversorger dafür verantwortlich, dass die davon betroffenen Verbraucher*innen weiterversorgt werden.
"Für uns hat die zuverlässige Versorgung unserer Bestands- und Neukund*innen oberste Priorität. In dieser Dimension und dem herausfordernden Marktumfeld war das ein Kraftakt und in Teilen auch echtes Neuland für uns", so Heim weiter.
Mehr als Energie- und Wasserversorgung
Trotzdem will sich das kommunale Unternehmen weiterhin zu einem nachhaltigen Lebensversorger entwickeln. DEW21 möchte künftig mehr als klassische Energie- und Wasserversorgung bieten. Dabei spielt das Thema Nachhaltigkeit eine besondere Rolle und gehört für DEW21 neben Kund*innenzentrierung und digitaler Souveränität zu den strategisch relevanten Kernfähigkeiten der Zukunft, heißt es.
"Wir möchten mit unserem Tun und Handeln zum langfristigen, generationenübergreifenden Erhalt unserer Lebens- und Wirtschaftsfundamente beitragen", ergänzt Heim. "In unserem Nachhaltigkeitsverständnis orientieren wir uns an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Diese sollen weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen."
Bei Klimaneutralität "auf gutem Weg"
Daran angelehnt, hat DEW21 im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie sechs Aktionsfelder definiert und für diese konkrete Ziele und Aktionspläne erarbeitet. Dazu gehören unter anderem Bereiche wie Klimaschutz, bezahlbare und saubere Energie oder auch Geschlechtergerechtigkeit sowie nachhaltige Städte/Gemeinden.
Bis 2035 möchte das Unternehmen zudem klimaneutral sein. "Dabei sind wir schon auf einem guten Weg. Gegenüber 2015 wurden bei DEW21 bereits 84 Prozent der CO2-Emissionen reduziert. Wir sind damit doppelt so weit wie die nationale Zielerreichung", so die Vorsitzende der Geschäftsführung.
Nahwärmekonzept erhält Auszeichnung
Den größten Einfluss auf diese Einsparung habe dabei der Ausstieg aus der konventionellen Erzeugung, die Erhöhung der Ökostromprodukte sowie der Aufbau einer klimafreundlichen Wärmeversorgung in der Dortmunder Innenstadt.
Darüber hinaus befinde sich der Aufbau der klimafreundlichen Wärmeversorgung in der Innenstadt voll im Plan. Nach eigenen Angaben hat der Versorger mehrere hundert Haushalte neu an die CO2-arme Fernwärme angeschlossen. Das Nahwärmekonzept, das DEW21 für den Dortmunder Zoo entwickelt hat und das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt wird, erhielt einen Preis der Deutschen Energie-Agentur. (jk)
