Der Unternehmensverbund Enervie Südwestfalen Energie und Wasser AG setzt seinen Aufwärtstrend fort und erntet dabei weiter die Früchte seiner erfolgreichen Restrukturierung. 2014 hatte der mehrheitlich kommunale Energieversorger aus Hagen vor allem aufgrund seiner konventionellen Kraftwerke noch einen dreistelligen Millionenverlust eingefahren, 2017 folgte die Rückkehr auf das gewohnte Ergebnisniveau, im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete das Unternehmen nun den höchsten Gewinn seit der Gründung im Jahr 2006: Unterm Strich stand im vergangenen Jahr ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 40,2 Mio. (Vorjahr: 34,6 Mio.) Euro zu Buche.
Der Umsatz stieg dabei unter anderem aufgrund deutlich höherer Gasabsätze von 838 Mio. Euro im Vorjahr auf rund 888 Mio. Euro. Die Absatz- und Erlösentwicklung bei den Hauptenergieträgern verlief dabei unterschiedlich. Aufgrund rückläufiger Handelsvolumen ging der Stromabsatz um knapp zwölf Prozent zurück auf rund 6,4 Mrd. kWh. Im Gasbereich ließen erhöhte Handelsabsätze dagegen den Gasverkauft signifikant um knapp 21 Prozent auf rund 5,3 Mrd. kWh ansteigen. Die Enervie-Gruppe beliefert rund 370.000 Energiekunden sowie Energiehandelspartner mit den Tochtergesellschaften Mark-E und Stadtwerke Lüdenscheid.
Hohe Investition in die Netzinfrastruktur
Aufgrund der positiven Unternehmensentwicklung verbesserte sich die Eigenkapitalquote weiter auf 25,4 Prozent (Vorjahr: 24,0 Prozent). Der Vorstand schlägt, analog zum Vorjahr, eine Ausschüttung von acht Euro pro Aktie an die Aktionäre vor. Einen wichtigen Ergebnisbeitrag leistete erneut die Netzgesellschaft "Enervie Vernetzt". Im vergangenen Jahr investierte diese insgesamt rund 20 Mio. Euro in den Ausbau der Strom-, Gas-, und Wassernetze. Bis 2023 sind weitere Investitionen von rund 220 Mio. Euro in den Ausbau der regionalen Netzinfrastruktur vorgesehen.
Zu dem "insgesamt sehr zufriedenstellenden Ergebnis" haben laut Enervie-Vorstandssprecher Erik Höhne auch Sondereffekte beigetragen. "Die weitere Stärkung unserer Ertragskraft bleibt eine wichtige Herausforderung. Zudem wollen wir Motor der Energiewende in der Region sein", so Höhne. Ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr lag denn auch auf Wachstumsthemen im Rahmen der Energiewende vor Ort. So wurde das "Kommunale Energie- und Ressourcen-Netzwerk" für Südwestfalen weiterentwickelt. Zudem wurde die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut und gemeinsam mit The Mobility House und Nissan das erste Elektroauto zur Stabilisierung des Stromnetzes eingesetzt (Vehicle2Grid).
Kohleausstieg und Flexibilisierung der Erzeugung
Nach dem Ausstieg aus der Steinkohleversorgung setzt das Unternehmen im Erzeugungsbereich verstärkt auf die Flexibilisierung des Stromangebots durch das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Herdecke und nach erfolgter Modernisierung auch auf das Pumpspeicherkraftwerk Rönkhausen. Neben der Modernisierung von Wasserkraftanlagen werden zudem neue Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren gebaut.
Teil der Restrukturierung von Enervie ist auch ein mit der Arbeitnehmervertretung abgestimmter Personalabbau, im Rahmen dessen wurden im vergangenen Jahr weitere 44 Stellen abgebaut, Ende Dezember 2018 arbeiteten noch 1046 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit für die Gruppe. Der Ausblick des Unternehmens ist positiv. Man sehe sich gut gerüstet, um insbesondere den Ausbau von Wachstumsthemen in der Region weiter erfolgreich umzusetzen, heißt es. Hauptgesellschafter von Enervie sind die Stadt Hagen mit 42,7 Prozent, die Stadt Lüdenscheid mit 24,1 Prozent sowie Remondis mit 19,1 Prozent. (hoe)
