"Wir haben im vergangenen Jahr gezeigt, dass wir Wachstum, Investitionen und Stabilität gleichzeitig können“, sagte Thomas Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Entega.

"Wir haben im vergangenen Jahr gezeigt, dass wir Wachstum, Investitionen und Stabilität gleichzeitig können“, sagte Thomas Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Entega.

Bild: © Entega

Stromnetze, Glasfaserausbau, Sanierung der Wasserleitungen und der Ausbau der Fernwärme – der Darmstädter Energie- und Telekommunikationsanbieter Entega investiert bis 2030 rund 1,1 Milliarden Euro in Infrastrukturvorhaben und neue Geschäftsmodelle. So sieht es die Mittelfristplanung vor. Im Geschäftsjahr 2025 investierte der Kommunalkonzern bereits knapp 207 Millionen Euro.

Finanziert werden sollen die rekordhohen Investitionen in den nächsten Jahren vor allem durch Wachstum, aber auch durch eine Stärkung der Innenfinanzierungskraft und des Eigenkapitals. Im abgelaufenen Geschäftsjahr scheint dies offenbar gut gelungen zu sein, das Unternehmen sieht sich auf Kurs mit Blick auf diese wichtigen Ziele.

"Wir haben 2025 gezeigt, dass wir Wachstum, Investitionen und Stabilität gleichzeitig können", sagte Thomas Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Entega bei der Bilanzpressekonferenz. Das Unternehmen habe seine wirtschaftliche Basis gestärkt und gleichzeitig massiv in die Infrastruktur von morgen investiert.

Deutlich mehr Rohertrag, Anstieg der Mitarbeiterzahl



Der Umsatz des Kommunalkonzerns ging 2025 auf 3,12 Milliarden Euro zurück – vor allem aufgrund von Mengeneffekten und wegen des gesunkenen Preisniveaus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag mit 121,7 Millionen Euro über sechs Millionen Euro über Plan. Auch der Konzerngewinn habe mit 46,4 Millionen Euro die Erwartungen übertroffen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Profitiert hat das Unternehmen laut eigenen Angaben von einer Erhöhung des Rohertrags. Dies sei das Ergebnis "eines konsequenten Portfoliomanagements und einer effizienten Kraftwerksbewirtschaftung", so Schmidt.

Die Personalaufwendungen stiegen im Konzern auf 233,3 Millionen Euro (Vorjahr: 221,8 Millionen Euro). Dies entspricht einem Plus von 5,2 Prozent und resultiert aus Tarifsteigerungen sowie einem Anstieg der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl von 2.370 auf 2.458.

"Wir investieren bewusst in Menschen, Prozesse und Systeme", betonte Schmidt. "Wir wollen nicht nur zufriedene Kunden und Beschäftigte, sondern echte Fans unserer smarten Energie‑ und Infrastrukturlösungen. Das kostet zunächst, zahlt aber langfristig auf unsere Leistungsfähigkeit ein."

"Wir wachsen solide und mit einem langen Atem"

Das Konzerneigenkapital erhöhte sich um 14,4 Millionen Euro beziehungsweise 4,8 Prozent auf 315,3 Millionen Euro. Die wirtschaftliche Konzerneigenkapitalquote sank aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme von 19,1 auf 17,8 Prozent.

"Wir haben unsere Eigenkapitalbasis in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, müssen sie aber weiter stärken", sagte Schmidt. Seine Botschaft sei klar: "Wir wachsen kontrolliert, solide und mit einem langen Atem."

Im Bereich Erzeugung besitzt oder betreibt Entega Windparks mit einer Leistung von fast 260 Megawatt (MW) und Solarparks mit 48 MW. Entega will den Ausbau erneuerbarer Energien künftig noch stärker regional ausrichten und zusätzliche Wind- und Solarprojekte realisieren, um die Energiewende vor Ort als "integrierter Energie- und Infrastrukturpartner" voranzutreiben.

Ausbau der Fernwärme

In der Wärmewende arbeitet Entega eng mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt zusammen. Die kommunale Wärmeplanung, Ende 2025 beschlossen, stimme in hohem Maße mit der Wärmestrategie des Unternehmens überein, heißt es weiter. Sie bilde die Grundlage für den Ausbau des Fernwärmenetzes sowie die Umstrukturierung der Wärmeauskopplung aus dem Müllheizkraftwerk Darmstadt. Dieses gehört dem Zweckverband Abfallverwertung Südhessen. Parallel befinde sich das Müllheizkraftwerk Wiesbaden in der finalen Bau- und Inbetriebnahmephase.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn der Entega in Höhe von 152,1 Millionen Euro eine Dividende von 0,37 Euro je Aktie auszuschütten. Das entspricht einer Gesamtausschüttung von 31,7 Millionen Euro und liegt damit auf dem Niveau der vergangenen Jahre.

"Wir wollen die Last der Transformation fair verteilen", sagte Schmidt abschließend. "Wir investieren massiv in die Infrastruktur der Zukunft, stärken unsere Eigenkapitalbasis und lassen unsere Anteilseigner verlässlich an der Entwicklung teilhaben".

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