Vorstandsvorsitzender Hans-Martin Hellebrand (l.) und Vorstand Dirk Sattur.

Vorstandsvorsitzender Hans-Martin Hellebrand (l.) und Vorstand Dirk Sattur.

Bild: ©Badenova

Der Freiburger Energiekonzern Badenova hofft auf einer Kapitalerhöhung im Jahr 2027. Der Aufsichtsrat soll nach Angaben des Unternehmens Mitte dieses Jahres über den grundsätzlichen Kurs beraten; eine Kapitalerhöhung werde für das zweite Halbjahr 2027 in Betracht gezogen, hieß es auf der Bilanzpressekonferenz. Die Alternative zur Eigenkapitalerhöhung ist laut Vorstand Hans-Martin Hellebrand Investitionen zu strecken oder zu kürzen.

Hintergrund ist ein stark wachsender Investitionsbedarf, den Badenova vor allem mit dem Ausbau von Netzen, Wärmeinfrastruktur und Erneuerbaren begründet. Die Kapitalstärkung solle "möglichst" mit den heutigen Gesellschaftern erfolgen. Eine Veräußerung der Thüga-Anteile der Badenova wie bei Enercity lehnte der Vorstand ab. "Natürlich haben wir auch in der Thüga-Gruppe Initiativen, in denen wir versuchen, Kapital vom Kapitalmarkt zu bekommen, im Wesentlichen von Rentenfonds", berichtet Hellebrand. So könnte auch aus der Thüga heraus eine Eigenkapitalstärkung vorgenommen werden. Sein präferierter Weg seien aber die an Badenova beteiligten Kommunen in der Region.

Badenova im Investitionshochlauf

Die Freiburger befinden sich im Investitionshochlauf: für 2025 nennt Badenova 177 Millionen Euro, wenn die Finanzspritze kommt, sollen 2028 sogar 100 Millionen Euro mehr investiert werden. Zugleich hat der Konzern 2025 einen Bilanzgewinn von 57 Millionen Euro erzielt. Davon sollen 50 Millionen Euro an die kommunalen Anteilseigner ausgeschüttet werden; sieben Millionen Euro sollen im Unternehmen bleiben und zur Innenfinanzierung beitragen.

Badenova betont, die Fremdfinanzierung sei aktuell gesichert. Ein zuletzt begebener Schuldschein sei deutlich überzeichnet gewesen, zudem seien die Zinskonditionen besser ausgefallen als erwartet. Mit Blick nach vorn warnt das Unternehmen jedoch vor einer "natürlichen Grenze" der Bankenfinanzierung: Mit dem wachsenden Anlagevermögen werde eine Stärkung des Eigenkapitals erforderlich, um weitere Kredite aufnehmen und den Investitionspfad fortsetzen zu können.

Hellebrand fordert in dem Zusammenhang auch mehr Unterstützung auf Länderebene. Konkret macht er sich für Kommunalkredite stark, die die Städte und Gemeinden als Nachrangdarlehen zur Eigenkapitalstärkung an ihre jeweiligen Stadtwerke weiter reichen könnten. Gemeinsam mit über 70 seiner knapp 100 Gesellschafterkommunen hatte der Kommunalversorger zuletzt an die künftige Landesregierung in Baden-Württemberg appelliert, ein entsprechendes Sonderkreditprogramm aufzulegen.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper