Konnten herausragende Zahlen präsentieren (v.l.): Jochen Partsch (Oberbürgermeister Darmstadt), Marie-Luise Wolff (Entega-Vorstandsvorsitzende) sowie die Entega-Vorstände Albrecht Förster und Andreas Niedermaier.

Konnten herausragende Zahlen präsentieren (v.l.): Jochen Partsch (Oberbürgermeister Darmstadt), Marie-Luise Wolff (Entega-Vorstandsvorsitzende) sowie die Entega-Vorstände Albrecht Förster und Andreas Niedermaier.

Bild: @ Entega AG

Die Vorstandsvorsitzende Marie-Luise Wolff der Darmstädter Entega AG konnte für das vergangene Geschäftsjahr ein "brillantes" Ergebnis verkünden. Der Konzern steigerte seinen Umsatz um elf Prozent auf 1,75 Mrd. Euro. Wie erfolgreich Wolff und ihr Team gewirtschaftet haben, zeigt sich noch deutlicher am Gewinn vor Steuern und Abgaben (EBIT). Der kletterte im Geschäftsjahr 2018 um 56 Prozent auf 113,9 Mio. Euro.

Der Jahresüberschuss stieg von 26,5 Mio. Euro auf den bislang höchsten Wert seit Beginn der Konzernberichterstattung: 63,1 Mio. Euro. "Das Jahr 2018 war das beste in den gut 100 Jahren der Geschichte dieses Unternehmens", freut sich Wolff. Jeder Vollzeitmitarbeiter der Entega erhielt Bonuszahlung von 1.120 Euro, außerdem werden 4,2 Mio. Euro an Prämien ausgezahlt. Der Gewinn, der an die Stadt Darmstadt ausgeschüttet werden kann, beträgt gut 43 Mio. Euro, er hat sich mehr als verdoppelt.

Deutliches Wachstum bei den Kundenzahlen

Grundstock des Erfolges bei Entega ist das Kundenwachstum – 23.000 konnte der Darmstädter Versorger im Jahr 2018 für Strom und Erdgas gewinnen, und dieser Trend hält an, wie Wolff verriet: "Allein im ersten Halbjahr 2019 sind nochmals 25.000 Kunden hinzugekommen." Bei Internet und Telefonie ist eine ähnliche Entwicklung feststellbar – 2018 kamen rund 5.000 neue Kunden hinzu, im ersten Halbjahr 2019 noch einmal 3000. Wolff ist zufrieden: "Das ist auch ein Zeichen gegen Super-Billig-Anbieter und pro Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein."

Bei den Stromlieferungen konnte die Entega um fast zehn Prozent auf 6,4 Mrd. kWh zulegen, im Großhandelsbereich stieg der Absatz um 14,6 Prozent auf 5,7 Mrd. kWh. Der Gasabsatz an Endkunden belief sich auf 4,6 Mrd. kWh und erreichte damit ein um 2,6 Prozent höheres Niveau als im Vorjahr. Der Wasserabsatz stieg im Jahr 2018 – auch witterungsbedingt – auf 14,5 Mio. m3. Das sind 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Wärmeabsatz konnte mit 273,9 Mio. kWh um 2,2 Prozent zulegen.

Glasfasernetz hat höchste Priorität

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Entega AG, zeigte sich erfreut angesichts des herausragenden Ergebnisses: "Das macht ein Stück weit stolz, weil es ein Ergebnis harter Arbeit ist." Er lobte das Unternehmen als "regional, ökologisch und innovativ". Schon seit Jahren sei ein ökologischer Ansatz der Maßstab: "Die Entega ist das Klimaschutzunternehmen unter den deutschen Versorgern. Sie genießt ein sehr, sehr hohes Vertrauen in den Kommunen in der Umgebung." Und mit Blick auf den Rückkauf von 40 Prozent der Anteile, die bei Eon lagen, stellt er fest: "Die Entscheidung, Entega kommunal zu halten, war richtig."

Hohe Priorität bei der Entega hat der Ausbau des Glasfasernetzes. "Wie werden jetzt die 23 Ortschaften im Landkreis Darmstadt-Dieburg mit Glasfaser versorgen", kündigt Wolff an. Drei bis vier Kommunen pro Jahr sollen angeschlossen werden, in sieben Jahren soll die Region komplett glasfaservernetzt sein. Auf Nachfrage setzte sie hinzu: "Wir hoffen aber, schneller voranzukommen." Bauleistungen – speziell im Tiefbau – seien jedoch eine Engstelle: "Die Firmen sind voll ausgelastet." Voraussetzung für einen Ausbau ist, dass 40 Prozent der betreffenden Haushalte unterschrieben haben, das Netz nutzen zu wollen.

Ergebnis wird sich kaum wiederholen lassen

Für 2019 ist trotz aller Erfolge nicht zu erwarten, dass die Entega AG das Vorjahresergebnis wiederholen kann. Hauptgrund dafür ist, dass der Gewinnsprung im vergangenen Jahr auch einem Sondereffekt geschuldet war. Eine große Zahlung kam von einem "großen Lieferanten, der uns schon länger begleitet und auch weiter begleiten wird". Ein gerichtlicher Vergleich sei sehr gut ausgefallen, wie Partsch berichtet: "Wir hatten im Jahre 2017 nicht damit gerechnet, dass das so kommt, aber hier hat der Vorstand wieder mal ausgezeichnete Arbeit geleistet."

Partsch erwartet, dass sich die Ausschüttungen, die die Stadt als 93-Prozent-Aktionär der Entega erhält, in den nächsten Jahren wieder bei 20 bis 22 Mio. Euro einpendeln werden. Wolff wies in ihrem Ausblick insbesondere auf ökologisch akzentuierte Projekte hin, die die Entega betreibe, so etwa den Ausbau des Windparks Hausfirste im Kaufunger Wald. Der neue Wärmespeicher auf dem Darmstädter Entega-Gelände, der eine Kapazität von 140 MW hat, wirke sich positiv auf die Einsetzbarkeit der erneuerbaren Energiequellen aus. Partsch resümierte: "Wachstum ist nur dann ein gutes Wachstum, wenn es ökologisch und sozial ausgewogen geschieht." (sig)

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