"Wir haben die Pandemie sehr gut gemeistert, unsere Investitionen sind auf den höchsten Stand seit Beginn der Energiewende angestiegen", sagt EnviaM-Vorstandsvorsitzender Stephan Lowis.

"Wir haben die Pandemie sehr gut gemeistert, unsere Investitionen sind auf den höchsten Stand seit Beginn der Energiewende angestiegen", sagt EnviaM-Vorstandsvorsitzender Stephan Lowis.

Bild: © EnviaM

Der ostdeutsche Energieversorger EnviaM hat den Bund wegen des schleppenden Netzausbaus in Deutschland kritisiert. "Die Bundesregierung vergisst aktuell den Netzausbau. Das ist sträflich und nervt mich", sagte Vorstandschef Stephan Lowis der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag).

Ziele im Rahmen der Energiewende seien "gut und schön", sagte Lowis. "Es braucht aber auch Pläne, wie sie zu erreichen sind. Noch mal: Ohne den Ausbau der Netze geht es nicht."

Nötig seien Vorgaben, wie viele Kilometer neuer Netze und wie viele Trafostationen benötigt würden, so Lowis weiter. "Wenn es das geben würde, könnten wir die Leitungen planen. Und das ist dringend geboten." Der Vorstandsvorsitzende wies darauf hin, dass die Genehmigungen oft Jahre dauerten und forderte "radikal kürzere Verfahren".

Gerechte Verteilung der Kosten

Lowis sprach sich außerdem für eine gerechtere Verteilung der Netzausbaukosten aus. In der Vergangenheit waren Forderungen nach einer gerechteren Verteilung sogenannter Netzentgelte immer wieder vor allem von Ländern aus dem Norden Deutschlands gekommen, wo viele Windenergieanlagen zu teureren Netzen und damit zu höheren Strompreisen führen.

Es sei ungerecht, dass die Länder im Nordosten die Hauptlast der Energiewende trügen, sagte der EnviaM-Chef. "Wir brauchen eine einheitliche Verteilung der Netzausbaulasten auf alle - und nicht nur auf die Kunden im jeweiligen Netzgebiet", so Lowis. Er zeigte sich offen für eine steuerfinanzierte Lösung.

Der Energieversorger EnviaM beliefert nach eigenen Angaben mehr als 1,3 Millionen Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen mit Strom, Gas und Wärme. (dpa/pfa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper