Das Spezialfahrzeug von ABB ist im Ahrtal im Einsatz.

Das Spezialfahrzeug von ABB ist im Ahrtal im Einsatz.

Bild: © evm

Bei der Wiederherstellung der Erdgasversorgung setzen die Energienetze Mittelrhein eine innovative Technik ein. Um mögliche undichte Stellen im Leitungsnetz zu finden, nutzt der Netzbetreiber ein Spezialfahrzeug. Dieses sei in der Lage, Gasleckagen zu orten, wie die Energieversorgung Mittelrhein (evm) mitteilt.

Das Herzstück dieses Verfahrens bildet demnach eine patentierte Lasermesstechnik des Messtechnikherstellers ABB Mess- und Analysentechnik. Die Technik verfüge über eine Empfindlichkeit und Präzision, die herkömmliche Verfahren um mehr als das 3000-fache übertreffe.

95 Prozent der Anschlüsse in Betrieb

Das Messsystem lässt sich auf Fahrzeuge montieren und soll innerhalb von Minuten einsatzbereit sein. Rund vier Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal ist die Netztochter der evm dabei, die stark beschädigte und in großen Teilen zerstörte Gasinfrastruktur wiederherzustellen.

Aktuell befinden sich die Netzexperten der evm-Gruppe in den letzten Zügen, nachdem bereits mehr als 95 Prozent der Hausanschlüsse wieder in Betrieb genommen werden konnten, heißt es.

Letzte 5 Prozent als Herausforderung

"Die letzten 5 Prozent stellen aufgrund des Zerstörungsgrads eine besondere Herausforderung für uns dar", erläutert Marcelo Peerenboom, Sprecher evm. Besonders in der Altstadt von Ahrweiler und in weiteren Gebieten unmittelbar an der Ahr seien Netzabschnitte stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Bevor dort wieder Erdgas durch die Leitungen strömen kann, müssen mögliche Undichtigkeiten festgestellt und beseitigt werden. "Bei der Suche nach Leckagen hilft uns auch das neue ABB-System, das sich als treffsicher und zuverlässig erwiesen hat", berichtet Peerenboom.

Altstadt binnen Stunden überprüft

Durch die Lasertechnik war es demnach möglich, sowohl neue Netzabschnitte als auch das beschädigte Gasnetz in der Altstadt von Ahrweiler binnen Stunden komplett zu überprüfen. Das Spezialfahrzeug fuhr zu diesem Zweck durch die Straßen und sammelte verschiedene Daten wie die Konzentration von Methan und Ethan, die Windrichtung und -geschwindigkeit sowie GPS-Daten. Eine Software verknüpfte sie dann miteinander.

Durch die detaillierte Auswertung konnten die ermittelten Leckagen schnell und zuverlässig von den Wartungsteams lokalisiert und anschließend behoben werden, um somit den sicheren Betrieb des Gasnetzes zu gewährleisten. (jk)

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