Der Oldenburger Energiekonzern EWE hat im ersten Halbjahr das operative Ergebnis (Ebit) des Vorjahreszeitraums leicht verbessert. Meldete das Unternehmen für die ersten sechs Monate 2020 noch einen Gewinn von knapp 282 Mio. Euro, waren es nun fast 287 Mio. Euro.
Auch der Konzernumsatz ging ein Stück nach oben: von 2,8 Mrd. auf 3,0 Mrd. Euro.
Probleme im Erneuerbaren-Segment
Positiv habe sich die steigende Nachfrage nach höheren Bandbreiten im Telekommunikationsbereich entwickelt, erklärt EWE-Finanzvorstand Wolfgang Mücher in einer Pressemitteilung. Ebenso habe die Witterung in den ersten Monaten des Jahres geholfen. Diese war kühler als in den vergangenen Jahren.
Einbußen musste der Konzern im Segment Erneuerbare Energien hinnehmen. Grund dafür seien vor allem wetterbedingt deutlich weniger Erträge aus dem Wind-Portfolio gewesen, heißt es. Entsprechend sank das operative Ebit von 49 Mio. Euro auf 21 Mio. Euro.
Segment Infrastruktur läuft gut
Beim Offshore-Windpark Riffgat in der deutschen Nordsee seien zusätzlich Instandsetzungskosten hinzugekommen. Des Weiteren fehle der erzielte Ergebnisbeitrag der zwischenzeitlich verkauften Offshore-Dienstleistungsgesellschaft.
Im Ergebnis zulegen konnte das Segment Infrastruktur. Dort erhöhte sich das operative Ebit demnach von 171 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2020 auf nun 195 Mio. Euro. Der Anstieg sei auf mehr Umsatzerlöse aus der Vermarktung der Erdgasspeicher und höheren Auftragseingängen beim Ferngasnetz zurückzuführen, teilt der Konzern mit.
EWE-Tochter SWB steigert Ergebnis
Zudem hätten sich bei den Verteilnetzen höhere energiewirtschaftliche Rohmargen für Strom und Gas ergeben. Während das erste Halbjahr 2020 recht mild war, fielen die ersten sechs Monate in diesem Jahr überdurchschnittlich kalt aus.
Von der kühleren Witterung profitierte zudem der Bremer Energieversorger SWB, der zum EWE-Konzern gehört. Dank verbesserten Verkaufs von Kavernengas sowie erhöhter Absatzmengen im Netzbereich steigerte er sein operatives Ergebnis von 18 Mio. Euro (2020) auf 33 Mio. Euro.
Mehrabsätze im Energievertrieb
Mit volatilen Strom- und Gaspreisen hatte dagegen das Segment Markt zu kämpfen. Dort ging das operative Ergebnis von 67 Mio. Euro auf 58 Mio. Euro zurück. Und das, obwohl EWE nach eigenen Angaben im Bereich Energievertrieb Mehrsabsätze verzeichnete. Auch im Bereich Telekommunikations-Vertrieb erzielte das Unternehmen demnach höhere Durchschnittserlöse. (aba)
