Der Oldenburger Energie- und Telekommunikationskonzern EWE will bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden. Dazu soll Klimaschutz als Selbstverständnis in allen strategischen Entscheidungen verankert werden, wie das Unternehmen in einer Presseerklärung mitteilt.
Für das Jahr 2018 habe EWE die Treibhausgas-Emissionen des Unternehmens ermittelt. Das Unternehmen und seine Kunden emittierten demnach durch die Nutzung der Gas- und Stromprodukte sowie -leitungen 2018 22.400 Kilotonnen CO2-Äquivalent.
Milliarden-Investitionen in Netzausbau
Die direkt dem Unternehmen zuordenbaren Emissionen will EWE bis 2035 dabei möglichst reduzieren und nur in Ausnahmefällen kompensieren. Für die Kunden erwartet das Unternehmen eine Reduzierung der Emissionen um mindestens 65 Prozent und bei bezogenen Waren und Dienstleistungen wenigstens um 50 Prozent.
Um auch diese Ziele zu erreichen, werden EWE in den kommenden Jahren sieben Mrd. Euro investieren. Mehr als die Hälfte der Summe fließe in den Ausbau der Energienetze und den Ausbau erneuerbarer Energien, wie Onshore-Windenergie und Wasserstofflösungen für die Industrie.
Innovative Speicherlösungen
Bereits heute kämen über 95 Prozent des Energiebedarfs im EWE-Netzgebiet aus erneuerbaren Energien, wie Photovoltaik- oder Windenergieanlagen. Eine intelligente Netzsteuerung ermögliche zudem diesen sehr hohen Wert der oft wetterabhängigen Stromerzeugung.
Ergänzt werde die Steuerung durch Speicherlösungen der EWE-Tochter be storaged, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen und das Stromnetz zu stabilisieren. Im Bereich E-Mobilität sei das Unternehmen EWE Go mit über 900 Ladepunkten Marktführer im Bereich der öffentlichen Ladeinfrastruktur im Nordwesten, heißt es weiter.
Glasfaser als Digitalisierungs-Treiber
EWE habe Know-How über die Gasspeicherung in unterirdischen Kavernen aufgebaut und betreibe Kavernen mit einer Volumenkapazität von rund zwei Mrd. Kubikmetern. Damit sei der Energiekonzern fähig, künftig grünen Wasserstoff in großvolumigem Maßstab zu speichern. Dieser sei ein wesentlicher Bestandteil eines nachhaltigen Energiesystems.
In die Digitalisierung wird EWE über das Gemeinschaftsunternehmen Glasfaser Nordwest eine Milliarde Euro investieren. Das Glasfasernetz des Konzerns umfasse nach Eigenangaben eine Länge von aktuell über 32.000 Kilometern. Es soll den direkten Anschluss möglichst vieler Haushalte an das Internet ermöglichen. (jk)



