Michael G. Feist lenkte jahrelang die Geschicke von Enercity.

Michael G. Feist lenkte jahrelang die Geschicke von Enercity.

Bild: © Gas for Europe

Der frühere Enercity-Chef Michael G. Feist ist seit dem 4. Februar neues Mitglied im Aufsichtsrat der Nord Stream 2-Tochter Gas for Europe. Weitere Mitglieder des Kontrollgremiums sind Wolfgang Peters, den Geschäftsführer der The Gas Value Chain Company, Elena Burmistrova, die als stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Gazprom und Generaldirektorin der Gazprom Export tätig ist, und Paul Corcoran, der Chief Financial Officer der Nord Stream 2 AG.

Michael G. Feist stand von 2004 bis zum 31. März 2016 an der Spitze von Enercity. Vor seinem Wechsel zu dem Stadtwerk hatte der Manager viele Jahre beim Mineralölkonzern ExxonMobil verbracht. Unter anderem war er für das Marketing im Tankstellengeschäft, aber auch die Vermarktung von Gasvorkommen im Mittleren Osten verantwortlich. Während seiner Zeit bei Enercity brachte Feist unter anderem die Beteiligung am Kauf der Thüga auf den Weg. Stefan Schostok, der damalige Oberbürgermeister der Stadt Hannover, würdigte Feist bei seinem Abschied zudem, weil er Enercity engagiert zu einem klimafreundlichen Unternehmen umgebaut habe. Feist habe in Kraft-Wärmekopplung, Blockheizkraftwerke, Energie aus Biomasse und Wind- und Solarenergie investiert.

Haller legt Posten nieder

Um den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden bei Gas for Europe hatte es zuletzt einigen Wirbel gegeben. Eigentlich war der ehemalige deutsche Diplomat Dieter Walter Haller für die Stelle vorgesehen. Doch das Auswärtige Amt legte sein Veto ein. Haller wurde die Tätigkeit untersagt, weil durch sie „dienstliche Interessen“ beeinträchtigt wären. Haller bekleidete nach dpa-Informationen verschiedene Funktionen im Auswärtigen Amt und im Bundeskanzleramt. Er war unter anderem Botschafter in Saudi-Arabien und Südafrika.

Der Aufsichtsrat von Gas for Europe wird dem Unternehmen zufolge nun in seiner nächsten Sitzung über den Vorsitz entscheiden.

Auflage der BNetzA erfüllt

Die Gründung der Gastransportgesellschaft Gas for Europe mit Sitz in Schwerin wurde in der vergangenen Woche bekannt. Mit der Gründung eines deutschen Tochterunternehmens will die Nord Stream 2 AG mit Sitz im schweizerischen Zug eine Auflage der Bundesnetzagentur erfüllen. Diese hatte im November ein Zertifizierungsverfahren vorerst ausgesetzt. Die Gaspipeline durch die Ostsee ist fertiggestellt, aber nicht in Betrieb. Durch sie sollen jährlich etwa 55 Milliarden Kubikmeter Gas von Russland nach Deutschland fließen. (amo/mit dpa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper