Massive Preissteigerungen im Tiefbau haben der Stadtwerke-Strom Plauen GmbH (SwS) den Jahresabschluss im Geschäftsjahr 2018 verhagelt. Aufgrund erhöhter Risiken wurde eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 3,46 Mio. Euro gebildet. Dadurch entsteht unter dem Strich ein Verlust von 2,65 Mio. Euro. Deshalb wird der Stadtrat das mehrheitlich kommunale Unternehmen mit einer Finanzspritze in Höhe von 1,02 Mio. Euro unterstützen. Dies hat das Stadtparlament vergangenen Dienstag beschlossen. Laut der Sitzungsvorlage plant auch Minderheitsgesellschafter Envia-M, der 49 Prozent der Anteile hält, eine vorübergehende Einzahlung in die Kapitalrücklage der SwS in Höhe von knapp einer Mio. Euro.
Die SwS hatten 2018 den endgültigen Zuschlag für den Glasfaser-Ausbau in der Region erhalten. Bei der anschließenden Ausschreibung der Tiefbauleistungen lagen allerdings die Marktpreise deutlich über den kalkulierten Kosten. Hintergrund für die überproportional gestiegenen Preise im Leitungstiefbau soll der akute Mangel an Tiefbaukapazitäten sein. Der Verlust im Jahr 2018 führt zu einer Minderung der Eigenkapitalquote von 21 Prozent. Diese Reduzierung zieht nach Einschätzung der Stadtwerke große Risiken nach sich, wie zum Beispiel eine möglichel Nachbesicherung oder eine Kündigung von Darlehen und könnte künftige Fremdfinanzierungen gefährden.
Keine Ausschüttungen in 2018 bis 2020
Die Eigenkapitalerhöhung soll durch die beiden Gesellschafter ab 2021 wieder zurückgezahlt werden. In den Geschäftsjahren 2018 bis 2020 können die Eigentümer der SwS mit keinen Gewinnen rechnen. Laut der Stadt Plauen ist jedoch der Breitband-Ausbau nicht gefährdet und soll wie geplant realisiert werden. (bh/hoe)
