Die Zentrale der Gasag liegt am Hackeschen Markt in Berlin.

Die Zentrale der Gasag liegt am Hackeschen Markt in Berlin.

Bild: © Gasag

"Wir denken über das einzelne Gebäude hinaus", unterstrich Frank Mattat, Geschäftsführer der Gasag Solutions Plus bei einem Hintergrundgespräch mit der ZfK in Berlin. So bietet das vor einem Jahr gegründete Tochterunternehmen der Gasag neben dem klassischen Energiecontracting auch die Finanzierung, Betrieb und Wartung von E-Ladeinfrastruktur, energetische Quartiersentwicklung und -steuerung, intelligente Gebäudesteuerung, Fernwartung oder geothermische Hybridanlagen an. Auch wird ein eigenes virtuelles Kraftwerk betrieben, das unter anderem den Solarstrom der mit zwei Megawatt größten Photovoltaikanlage Berlins der Gasag-Mutter mit vermarktet.

Vier Unternehmensbeteiligungen

Mittlerweile ist die Gasag Solutions Plus an vier Unternehmen beziehungsweise Start-ups beteiligt: Der CG-Netzwerk, Provedo, G2 Plus sowie Geoen. Der Umsatz im ersten Unternehmensjahr betrug 60 Mio. Euro Umsatz. In drei Standorten (Berlin, Essen, Leipzig) beschäftigt das Unternehmen 158 Mitarbeiter. Insgesamt werden 790 Erzeugungsanlagen, davon 134 Blockheizkraftwerke (BHKW) betrieben, der Wärmeabsatz betrug im ersten Jahr 370 Gigawattstunden (GWh). Zwei anerkannte Prüfstellen für Messtechnik betreibt die Gasag-Tochter und hat fünf zertifizierte Energieauditoren im Team.

Eine Reihe ambitionierter Quartiersprojekte sind gerade in Entwicklung. So das Maximilians-Quartier der Groth-Gruppe in Berlin-Wilmersdorf mit 970 Wohneinheiten. Umgesetzt wird dort unter anderem eine Nahversorgung mit BHKWs zur Wärme- und Mieterstromversorgung. 250 Stellplätze werden mit Ladepunkten für E-Fahrzeuge ausgerüstet, der Strom hierfür wird ebenfalls dezentral über das gasbetriebene BHKW erzeugt. Kombiniert wird dies mit einem intelligenten Lastmanagement sowie Carsharing. Die Installation eines rund 200 kW starken Quartier-Batteriespeichers zur Ergänzung des BHKW habe man allerdings momentan noch aus wirtschaftlichen Gründen zurückgestellt. Dieser könne jedoch jederzeit nachgerüstet werden, so Mattat. Vorgeschlagen wurde von der Gasag Solutions Plus auch die Installation einer Photovoltaik-Dachanlage, was jedoch von dem Immobilienentwickler nicht aufgegriffen wurde.

Kälte- und Wärmeversorgung im Kondor Wessels

Geothermie und Wärmepumpen kommen neben Wärmepumpen im neuen Quartier Kondor Wessels in der Berliner Stresemannstraße zur Wärme- und Kälteversorgung zum Einsatz. Mit den drei kommunalen Wohnungsbaugesellschaften Gewobag, Gesobau und Howoge kooperiert die Gasag-Tochter in "Mein Falkenberg" in Berlin. Die 1240 Wohneinheiten werden mit drei getrennten Energiezentralen versorgt. Geplant ist Eigen- und Mieterstrom mit Photovoltaik (63 kW), eine 660 kW starke Biogasanlagen, ein Nahwärmenetz und Smart Meter.

Der Euref Campus in Berlin schließlich wird unter anderem über ein mit Biomethan betriebenes BKHW versorgt. Dort eröffnet die Gasag-Tochter im September zudem als "Showroom" eine Energiewerkstatt wo die verschiedenen Technologien und Konzepte erklärt werden.

Man realisiere den Großteil der Projekte und Maßnahmen am Markt, außerhalb geförderter Projekte, unterstrich Mattat. (hcn)

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