„Gemäß den vorgesehenen Störfallplänen wurden alle Ventile im Gasnetz in Eutin komplett geschlossen, da bei Gaswiederkehr und gleichzeitiger Einspeisung unter Umständen ein explosives Gemisch im System aufgetreten wäre“, erklärt Abteilungsleiter des Bereichs Leittechnik Service Peter Breuning.

„Gemäß den vorgesehenen Störfallplänen wurden alle Ventile im Gasnetz in Eutin komplett geschlossen, da bei Gaswiederkehr und gleichzeitiger Einspeisung unter Umständen ein explosives Gemisch im System aufgetreten wäre“, erklärt Abteilungsleiter des Bereichs Leittechnik Service Peter Breuning.

Bild: © Andrei Merkulov/AdobeStock

Die Netztochter des Energiekonzerns EnBW betreibe das Netz "streng nach Regeln" und investiere systematisch in die Erneuerung der Gasinfrastruktur, betonte Geschäftsführer der Netze BW, Christoph Müller. Die Anzahl der Schäden sei in den vergangenen Jahren drastisch gesunken.

Jedoch betonte er: "Die Unglücke sind unter unserer Verantwortung passiert. Ich sehe es deshalb als unsere Verpflichtung an, aus diesen Unfällen zu lernen, damit wir den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Stuttgart das Vertrauen in ein sicheres Gasnetz zurückgeben können".

Baufehler und Korrosion

Bei den Vorfällen handelt es sich um zwei verheerende Explosionen, die sich innerhalb eines Jahres ereigneten. Das erste Unglück, am 6. März, bei dem eine Frau starb, sei vermutlich durch einen Baufehler verursacht worden, so der Netzbetreiber. Die Gasleitung sei nämlich zu nah an der Stromleitung verlegt worden. Die Explosion am 17. Januar 2024 mit einer verletzten Person gehe nach aktueller Schätzung auf Korrosion einer Leitung aus dem Jahr 1932 zurück.

Man müsse ankerkennen, "dass passiert ist, was nicht passieren sollte", so Müller. Er kündigte eine Sonderüberprüfung aller Leitungen mit Baujahr vor 1950 an, die in Stuttgart noch gut vier Prozent des Netzes ausmachen. Sie sollen nun mit Spürgeräten abgegangen werden. Stichprobenartig sollen zudem ältere Leitungsstücke auch dann aufgegraben werden, wenn sie bei der Kontrolle mit Spürgeräten unauffällig sind. Außerdem will die Netze BW eine neue fahrzeuggestützte Leitungskontrolle einsetzen.

Investitionen von 5 Mio. Euro jährlich

Im Durchschnitt investiere der Netzbetreiber Netze BW nach eigenen Angaben rund fünf Mio. Euro pro Jahr in das Gasnetz. Zwischen 1998 und 2023 sei die Zahl der Schäden um 84 Prozent gesunken, so Müller. Pro Jahr würden in der Landeshauptstadt durchschnittlich über 500 Kilometer Leitung inklusive rund 17.000 Hausanschlussleitungen mit Spürgeräten kontrolliert. (dpa/am)

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